Lioba Albus seziert im Bennohaus die Alltagswelt
Kein Bock auf „Fakebook“

Münster -

Lioba Albus ist sämtlichen Situationen gewachsen. Selbst ein Ausfall der Technik am Samstag bei ihrem ausverkauften Auftritt im Bennohaus konnte der sympathischen Künstlerin nur ein Lächeln ins Gesicht zaubern. „Ich komme ja aus dem Sauerland, und da hat man sich ja nur mit der Stimme von Berg zu Berg verständigt“, lautete ihr süffisanter Kommentar.

Sonntag, 10.02.2019, 16:36 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 18:38 Uhr
Lioba Albus brilliert auch als wasserstoffblondierte „Tussi“. Hier knipst sie offenbar gerade ein Selfie oder guckt in den Spiegel. Foto: Axel Engels

Nachdem sie von der Göttin zur Gattin mutiert war, brauchte sie nun wohl einen Tapetenwechsel. „Das Weg ist mein Ziel“ hieß ihr Ausflug in die kabarettistischen Niederungen, wo sie nicht nur als Mia Mittelkötter eine gute Figur abgab. Mit ihren süffisant in Worte gefassten Lebensweisheiten schaute sie direkt hinter die Kulissen, schlug mit ihrem kabarettistischen Seziermesser so manche Wunde in das Herz der Großkopfeten aus Politik und Gesellschaft. Wer sich selber als „zärtlich wie Gillette“ bezeichnet, macht eben auch vor der eigenen Person nicht halt. Lioba Albus testete die Belastbarkeit der Lachmuskulatur des Publikums, betörte mit grauer Zweitfrisur so manches männliche Herz und als wasserstoffblondierte „Tussi“ schien sie wie aus einer Unterhaltungs-Soap über das Leben in einer heruntergekommenen Plattensiedlung entlaufen. Für asoziale Medien wie „Fakebook“ hatte sie nur ein müdes Lächeln übrig, da bemitleidete sie eher die spanische Bevölkerung, die unter den vielen Pilgern auf dem Jakobsweg zu leiden habe. Wenn so viele Menschen sich zum „Weg“ begeben, kommen sie trotzdem irgendwo an – so die Frau mit dem Sprachwitz. Aber zum endgültigen „Weg“ ihres Ehegatten konnte sie sich dann doch nicht durchringen, auch wenn er als Rentner ihr permanent an den Fersen klebte und sie noch nicht einmal alleine einkaufen gehen konnte. Einem alten Spruch folgend, war für Lioba Albus der Weg das Ziel, und so verging der Abend mit der „ergrauten“ Perle aus dem Sauerland wie im Fluge.

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