Bundesweiter Pilotversuch
Münster testet grünen Pfeil für Radfahrer

Münster -

Münster testet in den kommenden sechs Monaten - neben acht weiteren Kommunen - ein neues Verkehrsschild: den „grünen Pfeil für Radfahrer“. Wo dieser hängt, dürfen Radler auch bei Rot rechts abbiegen. Bewährt sich die Regelung, soll das Schild 2020 bundesweit eingeführt werden.

Montag, 07.01.2019, 17:56 Uhr aktualisiert: 07.01.2019, 18:22 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (v.l.), Christopher Festersen (Amt für Stadtentwicklung) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) enthüllten am Montag den ersten grünen Pfeil für Radfahrer an der Ecke Frauenstraße/Schlossplatz. Foto: Matthias Ahlke

An der Ecke Frauenstraße/Schlossplatz wird in den kommenden Tagen ein Verkehrsschild aufgehängt, das es offiziell (noch) gar nicht gibt. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht bislang keinen „grünen Pfeil für Radfahrer“ vor – doch das könnte sich 2020 ändern, wenn ein Pilotversuch des Bundesministeriums für Verkehr, an dem auch Münster teilnimmt, positiv verläuft.

Sechs Monate soll die Testphase dauern. Verläuft sie in Münster und acht weiteren Städten positiv, dann soll das Verkehrszeichen nicht nur an der Ecke Frauenstraße/Schlossplatz bis zur offiziellen Einführung im Jahr 2020 hängen bleiben. Denn auch noch an anderen Stellen im Stadtgebiet wird es das Verkehrszeichen zunächst vorübergehend und danach womöglich dauerhaft ausschließlich Radfahrern erlauben, bei roter Ampel nach rechts abzubiegen – wenn es die Verkehrssituation erlaubt. Und zwar an den Knotenpunkten Schillerstraße/Hansaring, Kanalstraße/Maximilianstraße, Grevener Straße/Melchersstraße sowie Hafenstraße/Engelstraße.

Test an der Frauenstraße

„Eine gute Idee“, so Oberbürgermeister Markus Lewe am Montag bei einer Testhängung an der Frauenstraße. Er ist überzeugt, dass der Radverkehr mit einer bundesweiten Einführung des neuen Verkehrszeichens noch sicherer und attraktiver werde.

Nach einer Eingewöhnungsphase zwischen Januar und April werden die Technische Universität Dresden und ein Ingenieurbüro Erhebungen vor Ort durchführen. Nach der Auswertung der Erfahrungen soll dann eine Entscheidung für oder gegen den grünen Pfeil für Radfahrer fallen.

Geringe Kosten

„Ziel ist es, mit dem Schild die Mobilität zu verbessern, ohne dass die Sicherheit leidet“, betont Norbert Vechtel, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. Die offizielle Einführung des Schildes wäre nach seiner Einschätzung „ein Meilenstein“.

Die Teilnahme an dem bundesweiten Pilotversuch kostet die Stadt gerade einmal 800 Euro. Schon seit Jahren gibt es an verschiedenen Stellen in Münster den „normalen“ grünen Pfeil. Der gilt allerdings für alle Verkehrsteilnehmer. 

Kommentar

Schneller durch die Stadt

Jeder Radfahrer kennt diese Situation: Man will rechts abbiegen, doch die Ampel zeigt Rot. Weit und breit ist kein anderer Radfahrer zu sehen, das Warten auf Grün will einfach kein Ende nehmen. Nicht wenige Radler entscheiden sich, dennoch zu fahren – was nicht unbedingt gefährlich, aber auf jeden Fall verboten ist.

Ein grüner Pfeil für Radfahrer ist hervorragend geeignet, gleich mehrere Probleme zu lösen. Das gefühlt endlose Warten wird beendet, Radfahrer kommen zügiger voran. Weniger Radfahrer vor roten Ampeln – das bedeutet zugleich mehr Platz für Autofahrer. Bei Grün kommen auch sie zügiger voran, der Rückstau fällt entsprechend kürzer aus.

Sollte der Pilotversuch tatsächlich positiv verlaufen – was zu wünschen wäre –, dann ist es mit der Einführung des neuen Verkehrsschildes nicht getan – es müsste offensiv beworben werden. Dies zeigt die Erfahrung mit dem „normalen“ grünen Pfeil, vor dem auch 25 Jahre nach der Einführung noch immer viele Verkehrsteilnehmer auf das Ampel-Grün warten.

 von Martin Kalitschke

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An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

 

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