Kritisches Schreiben Interne Querelen bei der FDP: Parteitag offiziell abgesagt

Münster -

Die FDP zieht die Notbremse und sagt ihren bereits geplanten Kreisparteitag erst einmal ab. Grund sind Streitigkeiten, die die Parteispitze in Münster nun ausräumen möchte.

Von Klaus Baumeister
Symbolbild 
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Der Vorgang ist schon bemerkenswert. Eigentlich wollte münsterische FDP in der kommenden Woche einen Kreisparteitag abhalten, um erste Pflöcke für die Kommunalwahl 2020 einzuschlagen. Doch daraus wird nichts, weil zunächst einmal eine „innerparteiliche Aufarbeitung“ und Mediation erforderlich ist. So jedenfalls steht es in einem langen Schreiben an die FDP-Mitglieder, das unserer Zeitung vorliegt.

Der FDP-Kreisvorsitzende Manuel Lascasas bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die aktuellen Querelen. „Wir sind dabei, die Probleme aus der Welt zu schaffen.“ Einen neuen Termin für einen Kreisparteitag wollte Lascasas nicht nennen. Er soll aber noch in diesem Jahr stattfinden.

Internes Schreiben beschönigt nichts

Das interne Schreiben beschönigt derweil nichts. Da heißt es: „Aktuell scheint der Ansporn einiger weniger Mitglieder nicht der Konsens zu sein, sondern der Konflikt. So werden Absprachen und getroffene Kompromisse weder akzeptiert noch toleriert.“ Immer wieder ist zu lesen, dass die Gruppe der Störer sehr klein sei, ihre Wirkung aber um so größer.

Bei ihnen spiele „weder der mögliche Schaden für uns als Partei noch für einzelne Mitglieder eine Rolle. Wenn jedoch ehrenamtlich tätige Gremienmitglieder so in die Schusslinie geraten, dass diese das als berufliche oder gar persönliche Existenzgefährdung empfinden, ist jedes tolerierbare Maß überschritten“.

Wie zu hören ist, soll der Rücktritt des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Philipp Nelle den Vorstand dazu bewogen haben, die Notbremse zu ziehen und den Parteitag abzusagen.

Mitglieder verbreiten schlechte Stimmung

Einzelne FDP-Mitglieder sollen bereits seit längerer Zeit die Arbeit anderer diskreditieren und schlechte Stimmung verbreiten. Anders als früher sind die aktuell Verantwortlichen um Lascasas aber jetzt fest entschlossen, die Fehde aus der Welt zu schaffen und die politische Arbeit wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Aussprache soll auf einem „gesonderten außerordentlichen Parteitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen“, wie es in dem Mitgliederbrief weiter heißt. Derzeit stellt die FDP vier Ratsmitglieder und ist in den Bezirksvertretungen Hiltrup, Mitte, Ost, Südost und West jeweils mit einem Mitglied vertreten.

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