Mit Video Gepardennachwuchs im Allwetterzoo

Münster -

Drei kleine Gepardinnen sind Anfang Oktober im Allwetterzoo geboren. Am Freitagnachmittag wurden die mittlerweile zwei Kilogramm schweren Jungtiere der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von Björn Meyer
Trio mit Krallen und Flauschefell: Die drei Gepardinnen sind der aktuelle Kätzchen-Nachwuchs im Allwetterzoo.
Trio mit Krallen und Flauschefell: Die drei Gepardinnen sind der aktuelle Kätzchen-Nachwuchs im Allwetterzoo. Foto: Matthias Ahlke

Rund 20 Kameras klicken am Freitagnachmittag minutenlang ununterbrochen. Allerdings stellt sich vor diesem Medienauflauf, wie er nur ganz selten in Münster vorkommt, weder ein neuer Oberbürgermeister, noch ein neuer Preußen-Trainer vor. Dafür aber direkt ein Trio, das am 4. Oktober das Licht der Welt erblickt hat. Einen Namen haben die drei zwar noch nicht, dafür aber süße dunkle Augen, flauschiges Fell, erstaunlich scharfe Krallen und einen, mit Verlaub, leicht strengen Geruch. Die Rede ist von drei Geparden-Babys, die Katzenmutter Isantya zur Welt gebracht hat.

Bereits seit Mitte der 70er-Jahre dürfen sich die Münsteraner regelmäßig über Geparden-Nachwuchs freuen. Mittlerweile sind fast 50 Jungtiere im Allwetterzoo geboren. Dennoch ist das Interesse ungebrochen. Da wollen sich offenbar weder Mutter Isantya noch die drei Kleinen lumpen lassen. Denn während die ausgewachsene Gepardenkatze in einem anderen Bereich gerade speist, halten Zoo-Kurator Dirk Wewers und die beiden Tierpfleger Alexander Dietrich und Anke Riem der versammelten Journalistenschar die Tiere entgegen.

Tierischer Catwalk

Geduldig lassen diese die Prozedur über sich ergehen, blicken, untermalt aus einem Mix aus Schnurren und Fauchen, ganz neugierig in die Objektive der Besucher. Und auch als wenig später das Muttertier hinzu geholt wird – die Pressevertreter sind zu diesem Zeitpunkt aus gutem Grund schon wieder auf der anderen Seite des Zauns – gibt es wie auf Zuruf einen tierischen Catwalk einmal rund ums Gehege.

„Wir haben richtig Glück“, staunt da sogar Zoo-Pressesprecherin Stefanie Heeke über die Show der Tiere, die in ihrem angestammten Lebensraum in Afrika und Asien weitgehend bedroht oder bereits ausgerottet sind. Lediglich südlich der Sahara, etwa in Namibia und Südafrika, sind sie in freier Wildbahn noch häufig zu finden. „Das ist ein bisschen wie bei uns mit dem Wolf. Einerseits freut man sich, dass er zurückkommt, aber wenn er dann ein Schaf reißt, sieht es anders aus“, spielt Heeke auf den gleichen Interessenkonflikt der afrikanischen Farmbesitzer an. „Der größte Feind ist hier mal wieder der Mensch“, sagt sie.

Davon aber bekommen die drei noch namenlosen Geparden in Westfalen nichts mit. Ihnen soll in gut einem Monat ein Pate an die Seite gestellt werden, der laut Heeke „weltweit bekannt“ ist und mit dessen Hilfe wohl auch drei passende Namen gefunden werden sollen. Doch auch weitere Münsteraner können für mindestens 1000 Euro eine Jahrespatenschaft übernehmen.

Muttertier Isantya hat es derweil vorgezogen, sich mit ihren drei Mädchen in einen geschützteren Bereich der 7500 Quadratmeter großen Geparden-Anlage zurückzuziehen. Was übrigens auch für so eine Raubkatzen-Mama nicht immer ein leichtes Unterfangen ist. Mehrmals muss sie die Aufmerksamkeit ihrer Kleinen auf sich lenken – was schließlich gelingt.

Das junge Familienglück wird die kommenden zwei Jahre im Zoo zu sehen sein, bevor die drei gebürtigen Münsteraner dann in anderen Zoos eine neue Heimat finden werden.

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