Aktion „Chef für einen Tag“ 17-Jähriger übernimmt den WWU-Chefsessel

Münster -

Ein 17-jähriger Schüler aus Schermbeck hat am Donnerstag den Chefsessel der Universität Münster übernommen. Allerdings nur für einen Tag. Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels bescheinigte Matthias Bockamp, sich auf seinem Posten hervorragend geschlagen zu haben.

Von Martin Kalitschke
Schüler Matthias Bockamp saß für einen Tag auf dem Chef-Sessel von Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels.
Schüler Matthias Bockamp saß für einen Tag auf dem Chef-Sessel von Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels. Foto: kal

Matthias Bockamp fühlt sich am Schreibtisch von Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels sichtlich wohl. „Es macht Spaß, Chef zu sein“, sagt der 17-Jährige, lacht und schiebt nebenbei unauffällig einen Ordner beiseite.

Wessels‘ Ordner. Doch der Uni-Rektor spielt an diesem Donnerstag nur die zweite Geige, denn für einen Tag leitet der Schüler aus Schermbeck die Westfälische Wilhelms-Universität.

„Chef für einen Tag“ heißt der Wettbewerb, den einmal im Jahr das Magazin „Focus Money“ ausschreibt. Matthias Bockamp hat sich beworben – und gewonnen.

Langer Weg bis an den Rektor-Schreibtisch

Bis an den Schreibtisch des Rektors war es allerdings ein langer Weg. „Ich musste ein professionelles Verfahren durchlaufen“, sagt der 17-Jährige. Video, Lebenslauf, Assessment Center, Intelligenztest und Business-Simulation bei Odgers Berndtson, das als weltweit führendes Personalberatungsunternehmen für Top-Kräfte gilt.

„Ich bin neugierig und lerne gerne etwas dazu“, begründet Matthias Bockamp seine Teilnahme an dem Wettbewerb. Aktuell besucht er noch das Gymnasium Petrinum in Dorsten.

Der Fahrer des Rektors holte den Schüler am Donnerstagmorgen um 8 Uhr zu Hause ab. „Ich war ein bisschen aufgeregt, wurde aber sehr herzlich empfangen“, berichtet der 17-Jährige. Um 8.50 Uhr dann der erste Termin: Bockamp leitete als Rektor für einen Tag die Sitzung des Rektorats der Universität. „Man muss dort in kurzer Zeit schnell Entscheidungen treffen“, so seine Erfahrung. Es folgte ein Gespräch mit Vertretern des AStA, Mittagessen in der Mensa (Salat) und ein Treffen mit dem Kuratorium des Max-Planck-Instituts. Nach einem gesellschaftlichen Ereignis – Eröffnung der Bauhaus-Ausstellung im Landesmuseum am frühen Abend – brachte ihn die Rektoren-Limousine wieder nach Schermbeck zurück.

„Man muss viel verhandeln und reden“

„Viele denken, dass eine Universität wie ein Unternehmen, von oben herab, geführt wird“, sagt Prof. Wessels. „Doch so ist die Universität nicht organisiert. Man muss viel verhandeln und reden, bevor man Entscheidungen trifft.“ Dies kann Matthias Bockamp nach seinem Kurzausflug auf dem Chef-Sessel nur bestätigen.

„Er hat sich gut gemacht“, lobte Wessels am Nachmittag den 17-Jährigen, der möglicherweise schon bald nach Münster zurückkehren wird: „Ich möchte Medizin studieren – gerne in Münster“, stand für ihn am Ende des aufregenden Tages fest.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6175997?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F