17.000 beim Hochschultag Dozenten über die Schulter geschaut

Münster -

Studenten von morgen haben am Donnerstag WWU und FH besucht, um sich über mögliche Studiengänge zu informieren. Dabei wurde es häufig praktisch – vor allem aber fast überall voll.

Von Björn Meyer
Vor allem viele Schülerinnen interessierten sich für die Food-Fotografie bei Dozent Oliver Berg.
Vor allem viele Schülerinnen interessierten sich für die Food-Fotografie bei Dozent Oliver Berg. Foto: Björn Meyer

Eigentlich wollten Johanna Dicke (17), Hannah Schönwandt (15) und Teresa Brand-Sassen (16) am Donnerstagmorgen zu einer Veranstaltung der Psychologen. Bereits früh morgens waren sie dafür die 175 Kilometer aus Bad Zwischenahn angereist. Doch die erste Erfahrung in Münster war für das Schülerinnen-Trio aus dem Ort nahe Oldenburg eine Enttäuschung.

„Erst haben wir uns verlaufen, dann war bei der Psychologie alles komplett voll – bis in den Nachmittag hinein“, resümiert Johanna Dicke etwas später im Fachhochschulgebäude an der Corrensstraße 25. Hier wollen sich die Gymnasiastinnen die Food-Fotografie der Oecotrophologen anschauen.

Damit sind sie nicht alleine. „Unglaublich“, staunt Dozent Oliver Berg, als immer mehr Schüler – oder um genau zu sein – Schülerinnen, denn die sind klar in der Überzahl, in den Raum im vierten Stock wollen. „Ich hätte wohl einen Hörsaal mieten sollen“, wundert sich Berg über den Andrang, auch weil „im vergangenen Jahr fast niemand hier war.“

Spektakuläre Aufnahmen

Dass das ein Fehler war, beweist Berg in den kommenden knapp 30 Minuten. Spektakuläre Aufnahmen von Lebensmitteln, allesamt gemacht von Studenten, hat der nebenbei fürs Theater als Fotograf tätige Berg den Schülerinnen an diesem Tag mitgebracht. Anhand dieser weiht er die Teilnehmer in die Basisbegriffe und Techniken der Fotografie ein.

Dabei zeigt sich auch, mit welchem Aufwand die Kalenderaufnahmen gemacht wurden. Fast zu jeder hat Berg eine Geschichte zu erzählen. Einmal musste der Eisbecher nachfotografiert werden, ein anderes Mal ein ganzes Stockwerk au dem Schokobrunnen herausretouchiert werden. „Interessant“, lautet das Urteil der 17-jährigen Johanna Friesen vom Berufskolleg Beckum, die vorher schon bei den Medizinern am Albert-Schweitzer-Campus die Live-OP verfolgt hat.

17.000 Schüler von 300 Schulen

Einige Stockwerke tiefer steht Marina Jakovlev. Die gelernte Immobilienkauffrau studiert Immobilien- und Facility Management. Als Mitglied der Fachschaft hat sie sich für diesen Tag freiwillig gemeldet, um diejenigen der 17.000 Schüler von rund 300 Schulen, die zur Corrensstraße 25 kommen, den richtigen Weg zu zeigen. Nebenbei findet sie trotz des Andrangs noch augenzwinkernd Zeit, für ihren Studiengang zu werben: „Wir werden immer als Hauswarte bezeichnet. Aber das ist quatsch. Mit unserem Studium lässt sich vieles machen“, sagt sie mit strahlendem Lächeln.

Johanna Dicke und ihre Mitschülerinnen ziehen derweil weiter. Zur Chemie soll es gehen, denn trotz der anfänglichen Enttäuschung sind sie beim Schnuppern erster Uni-Luft wohl auf den Geschmack gekommen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6175971?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F