Wahrzeichen Der Torbogen bleibt erhalten

Münster-Mecklenbeck -

Gute Nachrichten: Der markante Torbogen vor dem alten Umspannwerk an der Weseler Straße soll saniert werden. Er galt als brüchig, doch eine Untersuchung förderte Überraschendes zutage.

Von Jan Schneider
Sieben Männer, ein Bogen: Über den Erhalt des Wahrzeichens freuen sich (v.l.) Nachbar und Fachmann Rembert Egbringhoff, Objektleiter Ulrich Dütting, Heinz Tigger, einst zuständig für das Tor-Areal, Marco Wirtz (RWE Power), Karlheinz Pötter (Geschichts- und Heimatkreis), Frank Bürgel (Bürgerverein) und Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink.
Sieben Männer, ein Bogen: Über den Erhalt des Wahrzeichens freuen sich (v.l.) Nachbar und Fachmann Rembert Egbringhoff, Objektleiter Ulrich Dütting, Heinz Tigger, einst zuständig für das Tor-Areal, Marco Wirtz (RWE Power), Karlheinz Pötter (Geschichts- und Heimatkreis), Frank Bürgel (Bürgerverein) und Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. Foto: jans

Anfang 2019 soll der markante Torbogen vor dem alten Umspannwerk an der Weseler Straße für bis zu 30 000 Euro saniert sein. Diese positive Nachricht brachte Marco Wirtz, Bauingenieur bei der RWE Power, als Vertreter des Bauherrn am Dienstagmorgen zu einem Ortstermin mit.

Damit findet eine Geschichte ein gutes Ende, die vor einigen Monaten mit großen Sorgen begonnen hatte: Risse im Mauerwerk deuteten darauf hin, dass der Torbogen nicht mehr sicher sein könnte. Über einen Abriss wurde nachgedacht, schließlich rollen täglich , wie berichtet, schwere LKW durch das Tor zum heutigen Hauptlager von RWE-Nord.

Damit wäre allerdings ein Mecklenbecker Wahrzeichen zerstört worden. „Der Bogen gehört zu Mecklenbeck“, bekräftigte Karlheinz Pötter, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatkreises Mecklenbeck, beim Ortstermin. Er suchte gemeinsam mit weiteren Freunden der Heimat- und Industriegeschichte sowie unterstützt durch den Architekten Stefan Rethfeld das Gespräch mit dem „Hausherrn“ RWE. Das Unternehmen war dazu bereit.

Zunächst aber musste geklärt werden, wie marode der Bogen wirklich ist. Vor drei Wochen wurde geprüft – und Kernbohrungen brachten ein überraschendes Ergebnis. Der Bogen besteht nämlich aus massivem Beton. Die rissigen Klinker sind lediglich Fassade. „Sie ist typisch für den Stil der damaligen Zeit“, so Pötter. Das bestätigte auch Heinz Heidbrink, Heimatpfleger der Stadt. Das Gebäude sei aber zudem „einmalig für Münster“, so Heidbrink weiter.

Die Baupläne für das Tor stammten aus dem Jahr 1926 ergänzte Rembert Egbringhof. Als Anwohner und ehemaliger RWE-Angestellter kennt er sich mit dem Bogen gut aus.

Pötter verwies auch auf die Unterstützung durch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe bei dem Projekt. Es sei gelungen, bei RWE das Interesse an historischer Bausubstanz zu wecken, so Pötter weiter. Alle Beteiligten hätten schließlich in gemeinsamen Gesprächen etwas Positives erreicht. Dem konnten auch Frank Bürgel, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Mecklenbeck, Rentner Heinz Tigger, früher unter anderem beruflich zuständig für das Tor-Areal, sowie Ulrich Dütting nur zustimmen. Dütting ist Objektleiter für den heutigen Westnetz-Standort Münster und damit auch verantwortlich für das Lager hinter dem Tor.

Noch in diesem Jahr, so Marco Wirtz, sollen die Rohbau- und Dachdeckerarbeiten am Tor beendet sein. Danach gelte es noch, durch eine entsprechende Abdichtung weitere Folgeschäden zu vermeiden. Inzwischen so Pötter und Bürgel, wurde beantragt, das Mecklenbecker Wahrzeichen in die Denkmalliste der Stadt Münster aufnehmen zu lassen.

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