„Tun-Arbeitskreis Kunst 83“ lädt zur Jahresausstellung ins Krameramtshaus Schwarz-weiß ist mehr als unbunt

Münster -

Das „Tun“ steht beim gleichnamigen „Arbeitskreis Kunst 83“ seit 35 Jahren im Zentrum der Aktivitäten. Für die Ausstellungen geben sich die ambitionierten Künstler, meist Autodidakten, stets ein Thema – diesmal: „Schwarzweiß trifft . . .“ Und dabei geht es alles andere als schwarz-weiß zu.

Von Gerhard H. Kock
Monika Sebastian ist neu beim „Tun-Arbeitskreis Kunst 83“ und zeigt unter anderem die „Waage“ mit Pfauenfeder.
Monika Sebastian ist neu beim „Tun-Arbeitskreis Kunst 83“ und zeigt unter anderem die „Waage“ mit Pfauenfeder. Foto: Gerhard H. Kock

Allen voran bei Monika Sebastian. Die gebürtige Münsteranerin ist neu im „Arbeitskreis Kunst“ und hat sich eine malerische Kunstfertigkeit angeeignet, die sie mit Witz einzusetzen vermag: ein skeptisch fragend dreinblickender, naturalistischer „Frosch auf Kacheln“, ein „Schwan“ auf nur einem Bein oder eine wippende „Waage“, bei der ein gemalter Haufen Kiesel gegen eine echte Pfauenfeder den Kürzeren zieht. Es ist eben alles eine Frage des Hebels.

Gleich daneben zeigt Elisabeth Schliemann dem Schwarz-weißen, was eine bunte Harke ist. Die linke Bildhälfte wird vom schwarzen Hintergrund und einem blassweißen Gesicht bestimmt, die rechte Bildhälfte dominiert eine megabunte Haarpracht, gegen die ein Regenbogen verblasst.

Ganz im Unbunten verbleibt Jutta Denninger, und wenngleich sie ihre beiden Hochformate „Struktur“ nennt, sind die wilden Schwarz- und Weiß-Töne unverkennbar maritime Landschaften an einem trüben Herbst- oder Wintertag.

Herbstlich wirkt auch die Collage „Mystical & misty – Rind im Nebel“ von Ulrike Weßling, deren tierisches Objekt im Unbestimmten bleibt, wo es sich befindet und was es mit seinen Löcher-Flecken auf sich hat.

Viele der Arbeitskreis-Künstler haben sich mit dem Thema abstrakt beschäftigt wie Ruth Neumann, die das „Schwarze und Weiße“ mit Tusche, Gouache und Graphitstift sich selbst treffen lässt, ein Ineinander-, Aufeinanderzufließen. Es ist die Variationsbreite der Auseinandersetzung mit dem Thema, die diese Ausstellung reizvoll macht.

Zum Thema

Die Ausstellung ist bis zum 18. November im Krameramtshaus, Alter Steinweg 6/7, zu sehen. Geöffnet: Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

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