Festakt im Schloss Universitätsgesellschaft feiert 100-jähriges Bestehen

Münster -

Mit einem Festakt im Schloss hat die Universitätsgesellschaft am Samstagvormittag ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der frühere Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziére appellierte in seiner Festrede an die Hochschulen, sich stärker in die öffentlichen Debatten einzumischen.

Von Martin Kalitschke
Festakt im Schloss: Universitätsgesellschaft feiert 100-jähriges Bestehen
Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) und der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft, Paul-Josef Patt (r.), mit Festredner Thomas de Maiziére. Foto: Matthias Ahlke

Vor mehr als 200 Ehrengästen lobte Oberbürgermeister Markus Lewe das Engagement der Universitätsgesellschaft. Sie leiste für die Universität, aber auch für die Stadt einen bedeutenden Beitrag. 1918 als Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster e.V. gegründet, unterstützt sie unter anderem die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis, Studierendeninitiativen sowie Kunst- und Kulturprojekte an der Universität. Ziel aller Aktivitäten ist es, das Lehr- und Lehrumfeld der WWU zu verbessern. Aktuell befinden sich unter dem Dach der Gesellschaft zehn Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von über 2,7 Millionen Euro. Fünf Förderpreise vergibt sie regelmäßig.

Auch Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels würdigte das Engagement der Universitätsgesellschaft. Sie leiste einen wichtigen Beitrag für den Forschungstransfer von der Universität in die Gesellschaft. Dr. Paul-Josef Patt, Vorstandsvorsitzender der Universitätsgesellschaft, sah sie trotz ihres hohen Alters im Aufwind. So werde in diesem Jahr mit 80.000 Euro eine Rekordsumme ausgeschüttet. Eine Herausforderung sei hingegen die Anwerbung neuer Mitglieder.

 

Thomas de Maiziére, der an der Universität Münster studiert und promoviert hat, sprach in seiner Festrede zum Thema „Vom Wert der Hochschulen und ihrer Freunde in der öffentlichen Debatte“. Dabei konstatierte er, dass sich die Hochschulen in den vergangenen Jahren zu wenig in bedeutende Debatten eingebracht hätten. „Wir brauchen mehr akademische Kultur in den öffentlichen Debatten“, forderte der frühere Bundesminister. 

De Maiziére kritisierte eine „Unsichtbarkeit des akademischen Raumes“, dies sei „nicht befriedigend“. „Überlassen Sie die Faktenüberprüfung nicht Wikipedia“, appellierte er. Dr. Patt versprach nach seiner Rede, dass sich die Universitätsgesellschaft seine Anregungen zu Herzen nehmen werde. „Ich habe schon ihre Wünsche notiert“, so der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft.

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