Pro und Contra Neubaukomplex „Hansator": Überfüllung oder Wiederbelebung am Bremer Platz?

Münster -

Steuert der Bremer Platz mit dem bevorstehenden Neubau der Firma Landmarken auf ein Problem zu? In unserer Redaktion gehen die Meinungen dazu auseinander.

Von Klaus Baumeister, Martin Kalitschke
Pro und Contra: Neubaukomplex „Hansator": Überfüllung oder Wiederbelebung am Bremer Platz?
„Hansator“ heißt der Komplex, den die Landmarken AG auf der Hauptbahnhof-Ostseite errichten wird. Rechts befindet sich der Bremer Platz. Im Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein Foto: Landmarken AG

Pro: Es wird voll

Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Die absehbaren Probleme am Bremer Platz sind kein Problem der Firma Landmarken. Gegen das Gebäude, gegen die Nutzung oder gar die Architektur ist nichts einzuwenden. Wohl aber gegen das sehr un­vorteilhafte Verhältnis von bebauter und unbebauter Fläche. Nach der Fertigstellung des Neubaus 2021 wird sich an der Ostseite ein Gefühl einstellen, das an der Westseite bereits vorherrscht: Es ist zu voll. Auch dort reichen die Freiflächen nicht, um die Menschenmassen zu be­wältigen, genug Platz für Fahrräder sowie für die Auto- und Taxenvorfahrt vorzuhalten. An der Ost­seite erfolgt nun die Wiederholung. Bereits jetzt spricht niemand mehr darüber, dass hier früher einmal auch die Fernreise­busse abgefahren sind. Kurz und gut: Der Neubau ist zu groß. Er muss aber auch groß sein, weil er sich sonst nicht rechnet. Damit sind wir bei dem eigentlichen Problem. Die Stadt Münster hat es seinerzeit versäumt, das Bahngrundstück selbst zu kaufen und zu einem Verkehrs­knotenpunkt auszubauen.

Klaus Baumeister

Contra: Leben kehrt zurück

Keine Frage: Mit dem „Hansator“ wird die Ostseite des Hauptbahnhofs eine deutliche Aufwertung erleben. An eine Stelle, die zuletzt immer mehr zum Problemfall wurde, kehrt urbanes Leben zurück: Pendler, Mieter, Kunden, Hotelgäste. Sicher, das „Hansator“ ist ein großes Projekt. Es wird Menschen anlocken, Fahrräder, Autos. Der Investor baut daher eine Tiefgarage und ein Fahrradparkhaus und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Entschärfung der Verkehrssituation. Dass die Anlieger befürchten, dass das nicht ausreichen wird, ist nachvollziehbar. An diesem Punkt ist die Stadt gefordert. Sobald das „Hansator“ steht, muss sie alles tun, damit dort gar nicht erst eine Situation wie an der Westseite des Hauptbahnhofs entsteht. Das heißt: konsequent Müll wegräumen, Fahrräder umstellen oder entfernen, soziale Probleme angehen. In drei Jahren soll das „Hansator“ eröffnet werden, Zeit genug, bereits jetzt an dauerhaften Lösungen zu arbeiten. Entwickelt sich das Bauprojekt zu einem Leuchtturm, dann wird es auf das gesamte Quartier positiv ausstrahlen.

Martin Kalitschke

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