Verlegung soll Familien locken Sommer-Send in Sommerferien

Münster -

Mit zwei voraussichtlich besucherstarken Tagen geht am Wochenende der Herbst-Send zu Ende. Die Schausteller tagen am Samstag und beschäftigen sich auch mit einer neuen Struktur für den nur fünftägigen Sommer-Send 2019.

Von Ralf Repöhler
Der Send lockt Familien vor allem an den Wochenenden. An Wochentagen ist der private Terminkalender meist sehr voll.
Der Send lockt Familien vor allem an den Wochenenden. An Wochentagen ist der private Terminkalender meist sehr voll. Foto: hpe

Die Stadt wollte den Sommer-Send 2019 schon ins Wasser fallen lassen, dieser Eindruck verfestigte sich beim Schaustellerverband. Dessen Vorstand indes hat den Beschluss gefasst, den im Vergleich zum längeren Frühjahrs- und Herbstsend nur fünftägigen Rummel um einen Monat nach hinten zu verlegen – in die Sommerferien hinein.

Die Karussells drehen sich nun im kommenden Jahr vom 18. bis 22. Juli auf dem Schlossplatz. Und nicht etwa Ende Juni. Das sorgt beim ein oder anderen Beschicker für Verärgerung, weil dieser neue Termin mit Kirmessen anderenorts konkurriert. Darüber wird bei der Versammlung des Schaustellerverbandes am Samstag gesprochen.

Die Besucherzahlen des Sommer-Sends waren in den vergangenen Jahren stets hinter den Erwartungen zurückgeblieben, auch wenn einzelne Schausteller trotzdem mit den Einnahmen zufrieden waren. Andere indes überhaupt nicht. Auch darüber wird zu reden sein. Auch mit der Verwaltung. „Die Stadt verfolgt keine relevanten Änderungsideen“, sagt Dezernent Wolfgang Heuer.

Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes, Fritz Heitmann, zeigt sich aufgeschlossen für ein verändertes Konzept. So gibt es zarte Überlegungen, dass der Sommer-Send kompakter werden könnte, der Zuschnitt könnte sich ändern, Buden und Fahrgeschäfte anders aufgestellt werden.

Heitmann möchte den Sommer-Send noch kinderfreundlicher gestalten und spricht von einem „Ferien-Send“, der Kindern die Möglichkeit zum Besuch gibt. Der Schaustellerverband weiß, dass die Schüler heute fast den ganzen Wochentag eingebunden sind. So sind die Besucherzahlen auf dem Send vor allem an den Wochenenden gut. Denn ob Ganztagsunterricht, Sport oder Musikstunden – der Terminkalender ist voll. In den Ferien sei das anders.

► Mit dem Feuerwerk am Freitagabend erlebte der aktuelle Herbst-Send seinen besucherstärksten Tag. Die Schausteller erwarten am Samstag und Sonntag noch mal 100 000 Besucher. Das erste Wochenende sei in Ordnung gewesen. „Die Bilanz fällt normal aus“, sagt Schausteller-Chef Heitmann.

Kommentar: „Münster mittendrin“ macht es vor

Es sind die Samstage und Sonntage, die am stärksten frequentiert sind und den Rubel erst rollen lassen. Deshalb ist vor allem der jeweils neuntägige Frühjahrs- und Herbst-Send so erfolgreich. Die Besucherzahlen an den gleich zwei Wochenenden polieren die Gesamtbilanz insgesamt auf 400 000 Menschen auf.

Der fünftägige Sommer-Send dagegen erfüllt die ­Erwartungen bei den Be­sucherzahlen kaum. Wenn dann noch alle zwei Jahre ein internationales Fußballturnier mit dem einzigen Wochenende in Konkurrenz steht, ist die Bilanz end­gültig verhagelt.

Dass der Schausteller­ verband Familien zur Hauptzielgruppe erklärt, ist richtig. Das kinderfreundliche Münster würde auch mit einer Bierzeltatmosphäre fremdeln. Doch darf der Anspruch nicht nur ein ­Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich in familienfreundlichen Angeboten und Preisen widerspiegeln. Der Gedanke, den Sommer-Send als ein Angebot für Daheimgebliebene in den Sommerferien durchzuführen, ist einen Versuch wert.

„Münster mittendrin“ macht es vor. Das Stadtfest ging dieses Jahr bewusst in den Ferien über die Bühne – und war so erfolgreich wie nie.    Ralf Repöhler

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