Bewegender Abschied von Weihbischof Friedrich Ostermann „Hier ist ein Pastor gestorben“

Münster -

Eine freundliche Herbstsonne beschien die fromme Szenerie auf dem Domherrenfriedhof, auf dem sich am Allerseelentag um 16.30 Uhr die große Gottesdienstgemeinde am bekränzten Grab für den verstorbenen Weihbischof Friedrich Ostermann versammelte.

Von Johanes Loy
Bewegender Abschied von Weihbischof Friedrich Ostermann: „Hier ist ein Pastor gestorben“
Eine große Trauergemeinde nahm am Allerseelentag im Paulus-Dom Abschied von Weihbischof Friedrich Ostermann, der am 22. Oktober im Alter von 86 Jahren gestorben war. Foto: Matthias Ahlke

Um 16.34 Uhr wurde der schlichte Eichensarg mit dem langjährigen Weihbischof für die Bistumsregion Münster/Warendorf hinabgelassen. „Der Herr nehme Dich auf in das himmlische Jerusalem“, betete Bischof Felix Genn für seinen bischöflichen Mitbruder, bevor abschließend die mächtige Totenglocke noch einmal Kunde vom ernsten Geschehen in den Mauern des Domes gab.

Auch schon während des Pontifikalrequiems in der Kathedrale hatte die Novembersonne freundliche Muster an die Wände gemalt. Nicht von ungefähr mischte sich in die gedrückte Stimmung des Allerseelen- und Trauertags auch Hoffnung, gepaart mit tröstlichem Humor. 

Besonders am Schluss der bewegenden, sehr persönlich gehaltenen Predigt des Bischofs von Münster, der das Engagement Ostermanns für die Außenseiter der Gesellschaft gewürdigt hatte:  „Oberflächliche Freude war Friedel Ostermann fern, schelmischer Humor jedoch nicht, eher verhalten und herb. Ich habe mir übrigens, liebe Schwestern und Brüder, vorgestellt, wie es war, als Friedel Ostermann die Schwelle des Todes überschritten hat und in der Welt ankam, wo wir hoffen, dass unsere Toten sind. Vielleicht ist er dann dem einen oder anderen begegnet, der seiner Sorge in besonderer Weise am Herzen lag. Und ich habe mir dann gedacht, ob er sagt: ,Also, Kameraden, ich bin jetzt auch hier. Jetzt sagt mal, was hier los ist‘.“ Ein Satz, der in der rund tausend Gläubige umfassenden Trauergemeinde hörbares Schmunzeln auslöste.

Der Charakter eines guten Hirten umschrieb wohl am besten die spirituelle und seelsorglich-menschliche Ausrichtung Ostermanns. Viele, so präzisierte Felix Genn, dürften wohl in den letzten Tagen gesagt haben: „Hier ist ein Pastor gestorben.“ Das Leben des Weihbischofs sei von einer „ganz tiefen Liebe zu den Menschen geprägt gewesen“, bilanzierte Genn und erinnerte an das konkrete Engagement Ostermanns für Gefangene und Obdachlose, für die er immer wieder am Heiligen Abend zur Verfügung stand.

Nicht zuletzt galt Ostermann, der als Beauftragter der Bischofskonferenz Kontakt zu Publizisten und Journalisten hielt, auch als besonderer Freund der Partnerbistümern Münsters, insbesondere in Nordghana. Von der dortigen Diözese Damongo war Bischof Peter Paul  Angkyier angereist, um sich zu verabschieden. Zu den bischöflichen Gästen zählten auch Ostermanns langjährige Weggefährten aus Münster, Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen und Alt-Erzbischof Werner Thissen aus Hamburg.

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