250 Kilogramm schwerer Blindgänger Weltkriegsbombe im Klinik-Viertel wurde erfolgreich entschärft

Münster -

Der Verdacht hatte sich bestätigt: Am Freitagmorgen wurde bei Untersuchungs-Grabungen eine Weltkriegsbombe in der Nähe der Uniklinik entdeckt. Um 14.35 Uhr konnte der Blindgänger entschärft werden.

Von Björn Meyer
250 Kilogramm schwerer Blindgänger: Weltkriegsbombe im Klinik-Viertel wurde erfolgreich entschärft
Problemlos konnte die 250-Kilogramm-Bombe entschärft werden. Foto: Björn Meyer

Gefunden worden war eine britische 250-Kilogramm-Bombe, die auf einem Baugrundstück der Lukas-Kirchengemeinde an der Albert-Schweitzer-Straße freigelegt worden war. Die Fliegerbombe mit einem mechanischen Aufschlagzünder, die im Vorfeld von Bauarbeiten entdeckt war, konnte ohne Probleme entschärft werden.

Ab 11 Uhr wurden in einem Radius von 250 Metern Lautsprecher-Durchsagen gemacht, ab 12.30 Uhr wurden Straßensperrungen errichtet, die zuerst um 12 Uhr geplant waren. Um 13 Uhr waren sämtliche erforderliche Verkehrsmaßnahmen durchgeführt worden.

Nachdem der Bereich von einem Radius von 250 Metern rund um die Fundstelle evakuiert worden war (die letzte Kontrolle hierüber wurde erstmals mit einer Drohne durchgeführt), wurde die Entschärfung vorgenommen. Unmittelbar nach der Entschärfung wurden die Sperrungen der umliegenden Bereiche aufgehoben. Die Evakuierung, die zuvor reibungslos verlaufen war, wurde ebenfalls aufgehoben. 

Die Stadt Münster lobte in einer Pressemitteilung insbesondere die gute Vorbereitung der betroffenen Kliniken, Institute, des Altersheimes Martin-Luther-Haus und der Universität.   

Anlaufstelle für Anwohner

Betroffen von den Evakuierungsmaßnahmen waren 522 Menschen, darunter die Bewohner eines Altenheimes. Für betroffene Anwohner war eine Betreuungsstelle in der Michaelschule an der Appelbreistiege in Gievenbeck eingerichtet worden, dieses Angebot wurde von zwölf Personen wahrgenommen. Weitere Informationen für Betroffene wurden über die Rufnummer 01805 -708060 weitergegeben. Die Feuerwehr hatte mit Fußtrupps und Lautsprechern Anwohner zum Verlassen der Häuser aufgefordert.

Insgesamt waren etwa 170 Kräfte der Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen im Einsatz.

Änderungen im Busverkehr

Umgeleitet werden mussten laut Mitteilung der Stadtwerke folgende Buslinien: Die Linien 1, 2, 5, 11, 12, 13 und 22 sowie die Regionalbusse R63, R64 und 564. Hier informieren die Stadtwerke online über die Umleitungen .

Vorbeugende Maßnahmen

Gegen 8.45 Uhr war die Lage im Klinik-Viertel noch überschaubar und ruhig. Absperrungen waren zu dem Zeitpunkt noch keine errichtet worden. 

Am Morgen wurde dann die Augenklinik evakuiert. Was sich aber vermeintlich spektakulär anhört, waren die letzten fünf Patienten, die per Kleintransporter abgeholt werden mussten. Zuvor hatte ein laut schimpfender Mann die Klinik verlassen: Er war nach eigener Aussage mit einer älteren Dame aus 200 Kilometer Entfernung nach Münster angereist, er war aber von der Lage vor Ort nicht benachrichtigt worden. 

Auch das Altenheim Martin-Luther-Haus wurde evakuiert.

Der ärztliche Direktor des UKM, Robert Nitsch, sagte am Freitagmorgen: „Im Mittelpunkt aller Planungen stehen für uns die Patienten, die sich uns anvertraut haben.“ Der Betrieb im UKM sei auf ein Notfall-Niveau beschränkt worden. Weiter erklärte Nitsch, dass eine Evakuierung der Uniklinik-Türme am Freitag ausgeschlossen sei. In einem solchen Fall wäre Unterstützung bei den Krankentransporten auf NRW-Ebene erforderlich. 

Keine Krankenbesuche

Geschlossen blieben am Freitag die Mensa und das Parkhaus am Coesfelder Kreuz, an der Uniklinik bleiben morgens bereits einige Parkplätze vorsorglich gesperrt. Auch die Augenklinik und die psychiatrische Klinik blieben geschlossen, die Leitung des UKM hatte im Vorfeld zudem Verwandte und Freunde von Patienten gebeten, am Freitag auf Krankenbesuche zu verzichten.

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