Vier Minuten Gruseln Halloween-Flashmob vor dem Schloss

Münster -

Langsam setzt die Dämmerung ein, auf dem Schlossplatz tobt derweil das Send-Geschehen. Kurz vor 17 Uhr füllen sich die Sitzreihen vor dem Kasperle-Theater am Rand des Rummels. Eltern mit ihren Kindern warten auf den Beginn des Puppenspiels. Doch sie müssen sich etwas gedulden, eine unvorhersehbare „Programmänderung“ nimmt ihren Lauf.

Von Mirko Ludwig
Einen Flashmob der ganz eigenen Art kreierte die Musikerin Ronja Maltzahn (Mitte, hinten) am Randes des Sends – passend zu Halloween.
Einen Flashmob der ganz eigenen Art kreierte die Musikerin Ronja Maltzahn (Mitte, hinten) am Randes des Sends – passend zu Halloween. Foto: Cengiz Sentürk

Kurz zuvor hatten sich unter die Wartenden ein Vampir, ein Pantomime, eine gruselig anmutende „Untote“ sowie Musiker mit ihren Instrumenten gemischt. Eigentlich gehören sie nicht so richtig zur klassischen Send-Szenerie – jetzt irgendwie aber doch. Denn mit der einsetzenden Dämmerung bricht an diesem Mittwochabend die Halloween-Nacht an.

Der Spuk beginnt. Punkt 17 Uhr kommt Bewegung in die Menschengruppe auf dem Platz vor der Puppenbühne, es folgt der Auftritt der Künstlerin Ronja Maltzahn , die mit einer Kurzlesung ein vierminütiges Schauspiel einleitet. „Und plötzlich lichtet sich der Nebel“, verkündet die 24-Jährige. Es ist der Auftakt ihres spanischen Songtitels „Rayes y Contellas“, auf Deutsch „Potzblitz Donnerwetter“. Eine Hommage an das schwedische Kinderbuch „Ronja Räubertochter“.

Gruselnacht musikalisch eingeläutet

Ein Gewitter-Sound läutet das "Unheil" ein, die Gruselnacht nimmt musikalisch Fahrt auf: Ronja Maltzahn erhält immer mehr Verstärkung bei ihrem Auftritt. Zunächst stimmen ein Bassist und ein Schlagzeuger mit ein. Es folgt ein Dracula-Paar, das passend zur Musik einen flotten Rumba aufs Kopfsteinpflaster-Parkett vor dem Schloss hinlegt. Hinzu kommen der Pantomime, mehrere Zombies und Musiker, mit Geigen „bewaffnet“.

Die Menschentraube zeigt zur Musik von Ronja Maltzahn einen bunten Mix aus Hip-Hop-Choreografie und Freestyle-Einlagen, bis der Auftritt der insgesamt 13 Mitwirkenden mit einem musikalisch sowie tänzerisch synchronem Abschluss endet. Der „Spuk“ ist vorbei.

Send als ideales Setting

Kurz danach ist Ronja Maltzahn sichtlich erleichtert und bestens gelaunt – und erklärt die Hintergründe des Flashmobs: „Wir wollten die Veröffentlichung der ersten Single unseres neuen Albums ‚Beautiful Mess‘, das Anfang Oktober erschienen ist, per Live-Video machen, das zeitgleich auf Youtube, Instagram und Facebook zu sehen war.“

Im Vorfeld hatte sich die Musikpädagogin den Send als passendes Setting für die Performance ausgesucht, um an diesem Ort Menschen zu überraschen. Mehrere Wochen Vorbereitungszeit stecken in dem Projekt, das die Musikerin in Kooperation mit Tänzern der Rebeltanz Balletschule Münster und Geigern des Freien Musical-Ensembles Münster sowie befreundeten Musikern auf die Beine gestellt hat. Zwei Mal wurde vorher geprobt, die Generalprobe am Halloween-Mittwoch fand kurz vor dem Auftritt hinter dem Schloss statt. 

Banger Blick auf die Uhr...

Rückblickend erzählt Ronja Maltzahn, die regelmäßig als Studentin der niederländischen "Popacademie" zwischen Enschede und Münster pendelt: "Vor Beginn galt mein Blick ständig der Uhr - Sorgen bereitete mir, ob die Stromversorgung klappt und wohl alle Musiker und Tänzer rechtzeitig kommen würden." Nach dem Auftritt ist sie begeistert: "In mir herrscht pure Freude, ich verspürte zum Abschluss den Impuls, einfach weiterzumachen. Das ist die Magie der Spontanität!"

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Als Musikerin ist Ronja Maltzahn als Solokünstlerin aktiv, die mit dem Argentier Federico Marina einen festen Partner an ihrer Seite hat und ihre Auftritte mit wechselnden Begleitmusikern bestreitet. Den Großteil ihrer musikalischen Tätigkeit mit CD-Produktion und Konzerte-Booking macht die 24-Jährige in Eigenregie. Aber: "Das ist genau das, was ich liebe und was mir viel Energie verschafft."

Vier Auftritte stehen demnächst für sie in Münster an: 6.11. in der "Frauenstraße 24", 8.11. CD-Präsentation im Bennohaus, 10.11. auf einer Vernissage sowie am 11.11. im KSHG - Open Stage. Ab der zweiten Novemberhäfte geht sie auf Tour - unter anderem nach Süddeutschland und in die Schweiz.

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