Weihbischof wird am Freitag beigesetzt Totenleuchte brennt für Ostermann

Münster -

Seit mehreren hundert Jahren steht die Totenlaterne auf dem Domherrenfriedhof. Der verstorbene Weihbischof Friedrich Ostermann hat sie in einem Buch beschrieben. Jetzt brennt sie für ihn.

Von Ralf Repöhler
Das Licht in der Totenlaterne (l.) brennt für den verstorbenen Weihbischof Friedrich Ostermann, der am Freitagnachmittag auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt wird. Ein Kranz hängt am Platz von Ostermann im Chorgestühl des Doms.
Das Licht in der Totenlaterne (l.) brennt für den verstorbenen Weihbischof Friedrich Ostermann, der am Freitagnachmittag auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt wird. Ein Kranz hängt am Platz von Ostermann im Chorgestühl des Doms. Foto: Julia Geppert (Bischöfliches Generalvikariat), Matthias Ahlke

Die Totenleuchte auf dem Domherrenfriedhof steht dort – häufig erneuert – seit 400 Jahren. Vielleicht auch schon seit 1377, als der Alte Dom auf dem Friedhof abgebrochen wurde. Daran erinnerte der am 22. Oktober verstorbene Weihbischof Friedrich Ostermann in seinem erst im vergangenen Jahr im Aschendorff-Verlag erschienenen Meditationsbuch über den St.-Paulus-Dom („Spur zum lebendigen Gott“).

Ostermann zitiert darin ein Protokoll des Domkapitels von 1784, dass vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang in der Toten­laterne das Licht brennen solle. „Es verkündet Licht im Dunkel des Todes und bittet um das ewige Licht für unsere Toten...“ In diesen Tagen brennt das Licht in der Totenleuchte für den gebürtigen Münsteraner Friedrich Ostermann.

Der im Alter von 86 Jahren verstorbene, emeritierte Regionalbischof für die Stadt Münster und den Kreis Warendorf wird am Freitagnachmittag zu Grabe getragen. Das Bischöfliche Generalvikariat erwartet dazu Hunderte Gäste. Eingeladen sind sämtliche deutsche Bischöfe und Weihbischöfe. Ihr Kommen zugesagt haben unter anderem bereits der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, und der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen. Das Pontifikalrequiem beginnt um 15 Uhr im Dom. Zelebrant ist Bischof Felix Genn.

Der inzwischen geschlossene Sarg, der bis Mittwochnachmittag im Begegnungszentrum auf dem Zentralfriedhof stand und an dem zahlreiche Münsteraner Abschied nahmen, wird dann im Paradies eintreffen, wo ihn Bischof Genn aspergieren (mit Weihwasser besprenkeln) und inzensieren (mit Weihrauch beräuchern) wird. In einer kurzen Prozession wird der Sarg zum Hauptaltar geleitet, vorangetragen wird Ostermanns Bischofsstab mit der Krümme nach unten.

Knapp 50 Gräber gibt es auf dem Domherrenfriedhof im Inneren des umschlossenen Kreuzganges des Doms. Zuletzt wurden hier im Jahre 2009 Weihbischof Josef Voß, im Jahre 2012 Weihbischof Alfons Demming und im Jahre 2014 Domvikar Hans Ossing beigesetzt. Der verstorbene Weihbischof findet seine letzte Ruhestätte zwischen Domkapitular Paul Ketteler (1934 bis 1993) und Domchordirektor Wilhelm Lilie (1883 bis 1962). Mit Ostermanns Beisetzung sind die Plätze im Rondell des Domherrenfriedhofs rund um die Totenlaterne belegt.

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