Verdacht auf Blindgänger im Klinikviertel
Stadt und Uniklinikum bereiten mögliche Evakuierung vor

Münster -

Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg oder Metallstück: Am Freitag wird klar sein, um was es sich bei dem verdächtigen Gegenstand handelt, der an der Albert-Schweitzer-Straße gefunden wurde. Stadt, Stadtwerke und UKM bereiten eine mögliche Evakuierung vor.

Dienstag, 30.10.2018, 15:30 Uhr aktualisiert: 30.10.2018, 19:11 Uhr
Rund um die Stelle, wo am Freitag nach einem Bombenblindgänger gegraben wird, stellte die Feuerwehr am Dienstag Container als Splitterschutz für den Fall einer Explosion auf. Foto: Helmut Etzkorn

Auf dem Grundstück der Lukas-Kirchengemeinde an der Albert-Schweitzer-Straße wurde bei Bauarbeiten ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Am Freitag (2. November) wird der Gegenstand ab etwa 8 Uhr morgens freigelegt, wie die Stadt Münster mitteilt. Dann wird sich herausstellen, ob es sich um eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg oder nur ein Metallstück handelt.

Wenn es sich um einen Blindgänger handelt, wird die Feuerwehr das Umfeld des Fundortes in einem Radius von 250 Metern evakuieren. Anschließend kann die Kampfmittelbeseitigung die Bombe entschärfen, bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend soll die Aktion abgeschlossen sein, teilt die Stadt mit. Am Dienstag wurden sechs jeweils acht Tonnen schwere Container rund um das geplante Grabungsloch aufgestellt. Die Container sind mit Stroh gefüllt und sollen im Fall der Detonation einer Bombe, die in drei Metern Tiefe vermutet wird, Druckwelle und Splitter abfangen. „Diese Wirkungsdämpfung verhindert dann Schlimmeres“, so Dirk Hüls­ken von der Berufsfeuerwehr. Geschützt werden mit dieser Vorsichtsmaßnahme die Unikliniken inklusive der Bettentürme.

Mensa und Parkhaus Coesfelder Kreuz geschlossen

Viele Stellen, unter anderem Stadtwerke und Universitätsklinikum (UKM), bereiten sich vorsorglich auf eine Evakuierung vor. Die Mensa am Coesfelder Kreuz bleibt geschlossen, die Universität wird mehrere Gebäude räumen. Auch das Parkhaus der Universität bleibt ganztägig geschlossen. Eine Kita bei der ehemaligen Wartburgschule legt einen Brückentag ein. Die 150 Bewohner des Altenheims Martin-Luther-Haus und ihre Angehörigen sind informiert. Einschließlich Altenheim wohnen im Radius 522 Menschen. Für sie wird in der Michaelschule an der Appelbreistiege eine Betreuungsstelle eingerichtet.

Augenklinik und Psychiatrie geschlossen

Die Augenklinik und die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums sowie die beiden angeschlossenen Ambulanzen sind am Freitag ab dem Morgen für den Patienten- und Publikumsverkehr vorsorglich geschlossen. Das betrifft auch das Gebäude der Pathologie, wie das Uniklinikum mitteilt.

Zusätzlich mussten rund 300 stationäre Neuaufnahmen von Patienten verschoben werden, da keine geplanten operativen Eingriffe durchgeführt werden. Ebenfalls hat das UKM in den vergangenen Tagen rund 500 Patienten darüber informiert, dass ihre für den 2. November geplanten Termine nicht stattfinden können.

Parkplätze und Straßen gesperrt

Neben den Kliniken sperrt das UKM vorsorglich weiträumig Parkraum (Zentrales Parkdeck, Parkplatz an der Klinik für Psychiatrie, Parkplatz Coesfelder Kreuz). Nutzbar ist lediglich das Parkhaus an der Waldeyerstraße in Höhe der Universitäts-Zahnklinik. Im Fall einer Evakuierung würde die Feuerwehr rund um das Coesfelder Kreuz 17 Sperrstellen einrichten, unter anderem auf der Albert-Schweitzer-Straße, der Von-Esmarch-Straße und der Corrensstraße einrichten. Eine Zufahrt zum Zentralklinikum ist in Notfällen möglich, jedoch aufgrund der eingeschränkten Parksituation nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.

Zehn Buslinien werden umgeleitet

Die Stadtwerke werden im Falle einer Evakuierung zehn Buslinien umleiten. Betroffen sind die Linien 1, 2, 5, 11, 12, 13 und 22 sowie die Regionalbusse R63, R64 und 564. Sollte ein Blindgänger entschärft werden müssen, informieren die Stadtwerke online über die Umleitungen (www.stadtwerke-muenster.de/umleitungen).

Die Umleitung der Busse führt zwischen den genannten Haltestellen in beiden Richtungen über Busso-Preuss-Straße, Mendelstraße, Apffelstaedtstraße und den Ring. Die Linie 1 wird zwischen Deipenfohr und Försterstraße umgeleitet, die Linie 5 zwischen Potstiege und Försterstraße und die Linie 11 zwischen Potstiege und Domagkstraße. Die Linien 12, R63, R64 und 564 werden zwischen den Haltestellen Deipenfohr und Domagkstraße umgeleitet. Die Linien 2 und 13 fahren in beiden Richtungen zwischen den Haltestellen Correnstraße und Domagkstraße über die Apffelstaedtstraße.

Sieben Haltestellen werden nicht angefahren

Nicht angefahren werden können die Haltestellen Schmeddingstraße, Universitätsklinikum, Lukaskirche, Hautklinik, Schreiberstraße, Mendelstraße und Wilhelm-Klemmstraße. Zudem können die Haltestellen am Coesfelder Kreuz vor und gegenüber der Mensa nicht angefahren werden.

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