Fahrradfahren im Herbst Wie bringe ich meine Fahrradbeleuchtung richtig an?

Münster -

Auch in diesem Herbst werden wieder Tausende die Promenade auf- und abradeln und dabei anderen ins Gesicht leuchten. Eine Fahrradbeleuchtung ist gesetzlich vorgeschrieben - doch wie wird diese überhaupt korrekt angebracht? Tipps zur ordnungsgemäßen Anbringung der Fahrradbeleuchtung.

Von Christopher Lukman, Mirko Ludwig
Fahrradfahren im Herbst: Wie bringe ich meine Fahrradbeleuchtung richtig an?
Foto: dpa

Spätestens seit der Zeitumstellung auf die Winterzeit wird es merklich früher dunkel. Fahrradfahrer müssen ihr Licht korrekt anbringen oder riskieren sonst, den Gegenverkehr zu blenden oder nicht wahrgenommen zu werden. "Die Beleuchtung sollte so eingestellt werden, dass andere Verkehrsteilnehmer auf große Entfernung nicht geblendet werden", sagt Angela Lüttmann von der Polizei Münster. 

Zu beachten hierbei ist: Eine zu hohe Einstellung leuchtet direkt in die Augen der anderen, während eine zu tiefe Einstellung von anderen Fahrradfahrern nicht frühzeitig erkannt wird. Wie auf einer Grafik von fahrradstadt.ms  zu sehen ist, muss sich Lichtkegel unterhalb der Scheinwerferhöhe befinden und mehr als fünf Meter ausleuchten: 

Foto: fahrradstadt.ms

Wer auf Nummer sicher gehen will, macht den Test zu Hause: Einfach das Fahrrad fünf Meter von einer Wand platzieren, auf der die Scheinwerferhöhe markiert ist. Liegt das Licht oberhalb der Markierung, muss der Scheinwerfer nach unten gerichtet werden. Leuchtet er nur den Boden vor der Wand an, ist er deutlich zu niedrig eingestellt und muss nach oben.

Welche Fahrradbeleuchtung ist gesetzlich vorgeschrieben?

Um einen gefahrlosen Verkehr zu gewährleisten, schreibt der Gesetzgeber laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC)  eine ganze Reihe an Scheinwerfern und Reflektoren vor:

- einen Frontscheinwerfer und einen weißer Reflektor
- ein Rücklicht und einen roten Rückstrahler
- umlaufende Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen oder gelbe Reflektoren in den Speichen oder reflektierende Speichensticks in allen Speichen sowie
- je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen

Hinweise der Polizei

Angela Lüttmann von der Polizei Münster weist darauf hin, dass auch Fahrer beispielsweise von Mountainbikes, an denen keine dauerhafte Beleuchtung angebracht ist, stets daran denken müssen, eine mobile Radbeleuchtung bei Dämmerung und Dunkelheit mitzuführen und diese spätestens bei Einsetzen der Dämmerung anzubringen sowie einzuschalten. Blinklichter reichen - grundsätzlich - als Beleuchtung nicht aus, erforderlich sind "Dauerlichter".  

Zudem sollten Radfahrer insbesondere im Berufsverkehr in der dunklen Jahreszeit daran denken, in der Dunkelheit helle, gut sichtbare Kleidung zu tragen. Denn Reflektoren und reflektierende Kleidung erhöhen die Sicherheit der Radfahrer deutlich - so werden sie von Autofahrern bereits in einer Entfernung von 150 Metern erkannt. 

Unbedingt zu beachten ist, dass eine funktionierende Beleuchtung bei Fahrten während der einsetzenden Dämmerung sowie Dunkelheit vorgeschrieben ist. "Ist keine Beleuchtung vorhanden - oder ist diese am Rad defekt, wird dies in der Regel mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro belegt", warnt Polizeisprecherin Angela Lüttmann. Verstärkt wird zum Beispiel die Polizei in Münster in der dunklen Jahreszeit Kontrollen durchführen. Zur eigenen sowie zur Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer sollte somit grundsätzlich jeder Radfahrer auf eine ordnungsgemäße Fahrradbeleuchtung an seiner Leeze achten.

Sicherheits-Aktionen in Münster

Westen-Ausgabe der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention 

Seit 2012 wird an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet die "Sicher durch Münster"-Weste für erwachsene Radfahrer und Fußgänger  verteilt (so lange der Vorrat reicht). Auftakt der Aktion ist am Montag, 5. November, ab 8 Uhr am Josefskirchplatz an der Hammer Straße.

Jeweils von 7 bis 8 Uhr geht es an folgenden Standorten weiter:

Dienstag, 6. November: Steinfurter Straße / Neutor und Grevener Straße / Friesenring
Mittwoch, 7. November: Warendorfer Straße / Hohenzollernring und am Albersloher Weg (Höhe Stadthaus 3)
Donnerstag, 8. November: Weseler Straße / Moltkestraße und Hammer Straße / Schützenhof
Freitag, 9. November: Westfalenstraße (Höhe Baumarkt) und Mecklenbecker Straße / Boeselagerstraße


Fahrrad-Lichtaktion an weiterführenden Schulen 

Seit 14 Jahren veranstaltet die Verkehrsplanung der Stadt Münster in Zusammenarbeit mit der Polizei die Aktion die Fahrrad-Lichtaktion an weiterführenden Schulen. Im Rahmen der Aktion vom 5. bis 16. November erfahren Kinder und Jugendliche an den 17 teilnehmenden Schulen, warum für die bessere Sicht und Erkennbarkeit eine funktionstüchtige Beleuchtung am Fahrrad so wichtig ist.

Die Fahrräder der Schüler werden morgens vor Ort kontrolliert. "Dies ist nur möglich, weil die Schulen unterstützt werden sowohl von lokalen Fahrradhändlern als von Schülern des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs, die eine Ausbildung in der Zweiradmechanik absolvieren", freut sich Phillip Oeinck vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, der die Aktion organisiert.

"Wir weisen im Rahmen der Kampagne auch immer wieder darauf hin, dass das Fahrradlicht richtig eingestellt sein muss, damit entgegenkommende Radfahrer nicht geblendet werden. Ansonsten hat man schnell den Eindruck, rollenden Flutlichtmasten zu begegnen." Alle Radfahrer, egal ob jung oder alt, sollten die Ausrichtung der Fahrradlampen überprüfen. So lassen sich gefährliche Situationen im Verkehr vermeiden.

Auch die allgemeine Funktionstüchtigkeit der Fahrräder wird bei der Lichtaktion gecheckt, kleinere Reparaturen werden direkt ausgeführt. Größere Schäden, die nicht unmittelbar behoben werden können, werden auf einer sogenannten Mängelkarte vermerkt. So sehen die Schülerinnen und Schüler auf einen Blick, was an ihrem Fahrrad nach der Lichtaktion im Sinne der Verkehrssicherheit noch repariert werden sollte. 

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