Vorfahrtregel auf der Promenade
Kein Applaus für die Vorfahrt

Münster -

Der Rat wil in der nächsten Woche per Beschluss auf Teilen der Promenade die Vorfahrt für Radfahrer einführen. In der Umfrage Münster-Barometer spricht sich eine Mehrheit der Münsteraner dagegen aus.

Samstag, 15.09.2018, 10:15 Uhr aktualisiert: 15.09.2018, 12:46 Uhr
Foto: Matthias Ahlke

Der Planungsausschuss hat am Donnerstagabend den Radfahrern auf der Promenade an vier Übergängen Vorfahrt erteilt. Die Münsteraner sehen das kritisch. Im aktuellen Münster-Barometer gibt es keine Mehrheit für die Regelung, mit der die Politik mehr Menschen aufs Fahrrad bringen will.

Die repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Bema am Institut für Soziologie der Universität Münster im Auftrag unserer Zeitung macht rund 37 Prozent der Münsteraner aus, die die Radler-Vorfahrt an den jetzt zur Entscheidung stehenden Übergängen positiv sehen. 63 Prozent finden die Fahrrad-Vorfahrt hier nicht sinnvoll, davon 34,7 Prozent der Münsteraner sogar „überhaupt nicht sinnvoll“ – Note 6.

Fahrrad ist weiterhin Verkehrsmittel Nr. 1

Auch die Münsteraner, die angeben, in der Stadt überwiegend mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, sehen den Vorrang der Radfahrer überwiegend skeptisch. Die bevorzugt Radelnden sind – traditionell im seit mittlerweile 25 Jahren erhobenen Münster-Barometer – die größte Gruppe und stellen aktuell knapp 50 Prozent der Bevölkerung.

Unabhängig von Alter, Geschlecht und politischer Orientierung sind die Münsteraner, für die das Fahrrad Verkehrsmittel Nummer eins ist, die größte Gruppe, auch unter den über 65-Jährigen. Knapp 28 Prozent der Münsteraner benutzen meistens das Auto, 17 Prozent den öffentlichen Personen-Nahverkehr. Der Rest geht zu Fuß, fährt Motorrad, Mofa oder andere Vehikel.

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Wie sinnvoll und gerecht ist der Verkehrsraum in der Stadt aufgeteilt? Auch zu dieser viel diskutierten Frage entsteht ein recht klares Meinungsbild: 42,4 Prozent der Münsteraner sagen, dass für den Radverkehr zu wenig Raum vorhanden sei, gegenüber 19,3 Prozent, die meinen, für den Autoverkehr gebe es zu wenig Straßenraum.

Wunsch: Verbreiterung von Radwegen

In der ebenfalls in diesem Sommer geführten Debatte über die an viel befahrenen Straßen zu schmalen Radwege, etwa an der Wolbecker Straße, haben die Münsteraner eine deutliche Meinung. Knapp 70 Prozent befürworten die Verbreiterung solcher Radwege auf Kosten des Auto-Parkstreifens als sinnvolle Maßnahme.

Auf fast uneingeschränkte Zustimmung stößt die Idee, Schnellrad-Verbindungen in die Vororte Münsters zu schaffen. Rund 90 Prozent der Befragten finden dies sinnvoll, gut die Hälfte davon sogar „sehr sinnvoll“ (Note 1).  

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