Musikstudentin im Praktikum beim Popkantor Glaube und Musik verbinden

Münster -

Bandworkshops, Chorarbeit, Fortbildungen für Pfarrer und Religionspädagogen – die Aufgaben eines Kantors bestehen nicht nur aus der musikalischen Begleitung des Gottesdienstes. Seit Kurzem lernt Henrieke Kuhn diesen Beruf aus der Nähe kennen: Sie absolviert ein Praktikum beim Popkantor des Evangelischen Kirchenkreises Münster, Hans-Werner Scharnowski.

Von Jana Probst
Popkantor Hans-Werner Scharnowski betreut Kirchenmusik-Studentin Henrieke Kuhn im Gemeindepraktikum.
Popkantor Hans-Werner Scharnowski betreut Kirchenmusik-Studentin Henrieke Kuhn im Gemeindepraktikum. Foto: Jana Probst

Kuhns musikalische Laufbahn hat schon früh begonnen: Sie bekam Geigen-, Gesangs- und Klavierunterricht und übernahm mit 14 Jahren zum ersten Mal die Leitung eines Chors. Nebenbei war sie in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde im Kreis Minden-Lübbecke aktiv. Jetzt gehört sie zum ersten Bachelor-Jahrgang der 2016 gegründeten evangelischen Popakademie in Witten. „Ich stelle immer wieder fest, dass das genau das Richtige ist, den Glauben mit meiner Affinität zur Musik zu verbinden“, sagt sie. Neben dem musikalischen Unterricht hat sie dort Seminare zur Liturgie des Gottesdienstes, zu Didaktik und Kulturmanagement.

Im Praktikum erlebt sie nun hautnah, wie sich populäre christliche Musik in den kirchlichen Alltag integrieren lässt: „Das macht viel Spaß, das, was man lernt auch direkt anwenden zu können.“ Zusammen mit Scharnowski musiziert sie in Gottesdiensten und begleitet bestehende Bands und Gesangsgruppen dabei, moderne Musik in ihr Programm aufzunehmen. Häufig ließen sich auch traditionelle Lieder mit Stilelementen aus Rock, Pop oder dem Jazz aufpeppen, erklärt die Studentin. Dabei sei Kreativität gefragt – und vor allem Kommunikation: „Man muss ein Mensch sein, der die Öffentlichkeit liebt, sucht und zu bedienen weiß“, erklärt Scharnowski.

Im Gottesdienst legt er großen Wert auf eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kirchenmusiker und Pfarrer, eine aktivere Rolle des Kantors vor der Gemeinde. „Dass man ein bisschen wegkommt von diesem Schematischen“, sagt er. Die Musik habe eine „Magnetkraft“, die auch Menschen in den Gottesdienst holen könnte, die mit den klassischen Abläufen nichts anfangen können. Da schmetterten 30 Konfirmanden auch schon einmal „Ist da jemand?“ von Adel Tawil.

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