Obdachlosenunterkünfte Trauttmansdorffstraße: Quartier leert sich allmählich

Münster -

Die Stadt will bekanntlich das Obdachlosenquartier an der Trauttmansdorffstraße auflösen. Ein Gebäudeteil ist mittlerweile freigezogen – und wird verschlossen. Der Grund: Immer wieder waren über Nacht fremde Menschen eingezogen.

Von Karin Völker
Die Häuser der Wohnungslosenunterkunft an der Trauttmansdorffstraße sollen abgerissen werden.
Die Häuser der Wohnungslosenunterkunft an der Trauttmansdorffstraße sollen abgerissen werden. Foto: Oliver Werner

Die Stadt hat bekanntlich ein neues Konzept zur dezentralen Unterbringung Obdachloser beschlossen – die Umsetzung ist im Gange, berichtete die städtische Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann am Mittwochabend in der Sitzung des Sozialausschusses.

So seien aktuell 58 Personen aus den bisher als Obdachlosenunterkunft genutzten Häuser an der Trauttmansdorffstraße ausgezogen. Die Unterkunft soll bekanntlich aufgelöst, die Häuser sollen abgerissen werden. Ende September solle ein Gebäudeteil freigezogen sein, er werde dann „baulich verschlossen“, so Arnkens-Homann. Dies sei notwendig, denn es sei wiederholt vorgekommen, dass schon freigezogene Wohnungen „über Nacht mit Unbekannten belegt“ gewesen seien.

An der Trauttmansdorffstraße hatten sich seit Jahren soziale Probleme gehäuft. Immer wieder gab es dort Polizeieinsätze, Kinder kamen nicht der Schulpflicht nach. Die Bewohner werden nun teilweise am Hohen Heckenweg untergebracht. „Nicht alle sind dazu bereit“, so Arnkens-Homann. So hätten diverse Familien auch privat Wohnungen gefunden, andere seien zu Familienangehörigen in andere Städte oder gar nach Rumänien gezogen.

Gerade Menschen aus den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien, die keinen Anspruch auf Unterstützung haben, halten sich als Obdachlose vermehrt in Münster auf, berichtete Arnkens-Homann. „Mit der Situation auf dem Landfahrerplatz sind wir sehr unzufrieden“, so die Sozialamtsleiterin. Der interfraktionelle Arbeitskreis soll nun zunächst mit der Verwaltung beraten werden, um Ideen zu entwickeln, wie diesen Menschen geholfen werden kann.

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