Klage wegen Behandlungsfehlern Lähmung nach Hygienemängeln

Münster -

Eine ehemalige Patientin des Universitätsklinikums klagt wegen gravierender Behandlungsfehler vor dem Landgericht. Der Vorwurf: Durch Fehler verursachte Komplikationen führten bei ihr zu einer teilweisen Querschnittslähmung.

Von Karin Völker
Klage wegen Behandlungsfehlern: Lähmung nach Hygienemängeln
Foto: dpa

Eine ehemalige Patientin des Universitäts­klinikums Münster (UKM) hat das Klinikum auf die Zahlung einer hohen Schadenersatz-Summe verklagt. Der Zivilprozess vor dem Landgericht beginnt am heutigen Mittwoch. Die Klägerin, selbst langjährige Mitarbeiterin des UKM, sieht sich nach einer Behandlung im Juli 2014 als Opfer einer gravierenden Fehlbehandlung.

Sie wirft einem der behandelnden Ärzte vor, damals unter Missachtung der Hygienestandards bei ihr eine sogenannte Lumbalpunktion an der Wirbelsäule vorgenommen zu haben.

Sechseinhalbstündige Notoperation

Dabei, so der Vorwurf der Patientin und ihrer Anwälte, sollen Krankenhauskeime in das Rückenmark gelangt sein und eine schwere Infektion sowie Lähmungen verursacht haben, die, so der Vorwurf, erst mit Verzögerung behandelt worden seien, bevor eine sechseinhalbstündige Notoperation vorgenommen wurde, der ein halbjähriger Krankenhausaufenthalt und später weitere stationäre Behandlungen folgten. Die Frau leidet heute unter einer teilweisen Querschnittslähmung.

Sie fordert von einem der behandelnden Ärzte und dem Klinikum Schmerzensgeld in Höhe von 200. 000 Euro sowie Schadenersatz für die Übernahme von Kosten, die durch die Fehlbehandlung in der Zukunft entstehen werden. Das Gericht beziffert den Streitwert insgesamt auf 300. 000 Euro, so Land­gerichtssprecher Dr. Daniel Stenner. Das beklagte Klinikum bestreite Behandlungsfehler.

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