Stadtwerke-Krise SPD wirft Oberbürgermeister „Führungsversagen“ vor

Münster -

Beide Geschäftsführer der Stadtwerke Münster sollen vorzeitig gehen: Die SPD wirft Oberbürgermeister Lewe jetzt Untätigkeit in der Stadtwerke-Krise vor.

Von Dirk Anger
Stadtwerke Münster am Hafenplatz 
Stadtwerke Münster am Hafenplatz  Foto: Matthias Ahlke

Wie geht es bei den Stadtwerken weiter? Nachdem der Aufsichtsrat des städtischen Versorgungsunternehmens am Donnerstagabend empfohlen hat, beide Geschäftsführer abzuberufen, herrscht Ratlosigkeit, wer das Unternehmen zumindest übergangsweise führen könnte.

Eine überzeugende Personalie gibt es anscheinend noch nicht. Aber sollte der Rat in seiner Sitzung am 19. September – erwartungsgemäß – einer sofortigen Abberufung des kaufmännischen Geschäftsführers Dr. Henning Müller-Tengelmann und seines Kollegen für den technischen Bereich, Dr. Dirk Wernicke, zustimmen, bräuchte es zwingend eine neue Geschäftsführung.

Strukturfrage ungeklärt

Angesichts des Wirrwarrs der letzten Tage rund um die Stadtwerke kritisierte SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung massiv den Oberbürgermeister als Vertreter des Stadtwerke-Eigentümers. Er warf Lewe am Freitag „groteskes Führungsversagen“ vor. „Zu dieser Situation wäre es nicht gekommen, wenn der Oberbürgermeister das Problem verantwortlich wahrgenommen hätte.“

Der OB habe nur zugesehen. Nach Einschätzung von Jung hätte vor der Personalentscheidung auch die Strukturfrage bei den Stadtwerken geklärt werden müssen. Ein Gutachten empfiehlt dafür eine große Netzgesellschaft. Allerdings teilte der SPD-Fraktionschef die Sichtweise, dass es „mit der bisherigen Geschäftsführung so nicht weitergehen konnte“.

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