Rückblick Diese Personalquerelen bei der Stadt Münster sorgten für Schlagzeilen

Münster -

Wieder einmal gibt es massive Personalquerelen bei der Stadt Münster, in diesem Fall bei den Stadtwerken. Wiederholt gerieten sich Spitzenkräfte der Stadt in der Vergangenheit in die Haare beziehungsweise eine Stellenbesetzung sorgte für Kritik.

Von Klaus Baumeister
Als er ging, gab es Krach: Hartwig Schultheiß
Als er ging, gab es Krach: Hartwig Schultheiß Foto: Matthias Ahlke

Hier eine Übersicht:

► Der frühere SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer wechselt 2011 – mit Unterstützung der CDU – auf den Posten des Personal- und Ordnungsdezernenten bei der Stadt. Die Grünen opponieren heftig gegen die Personalentscheidung, der städtische Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke (ebenfalls SPD) klagt sogar gegen die Entscheidung, setzt sich damit aber nicht durch.

► Der Rat verweigert Ende 2013 dem technischen Stadtwerkechef Dr. Andreas Hoffknecht eine Vertragsverlängerung, weil dieser im Streit liegt mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Dr. Henning Müller-Tengelmann.

► Im Februar 2014 eskaliert im Zusammenhang mit der Planung für den Stadthafen ein schwelender Konflikt zwischen Müller-Tengelmann und Stadtdirektor Hartwig Schultheiß. Zum Entsetzen eines schweigenden Oberbürgermeisters Markus Lewe streiten sich beide sehr heftig in einer öffentlichen Ratssitzung.

► Im November 2014 lässt der Rat den Magdeburger Kai Perret als neuen Direktor des Allwetterzoos abblitzen. Perret, Leiter des Magdeburger Zoos, war durch alle Stufen des Bewerbungsverfahrens gekommen. Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung im Rat aber machen Tierschützer Druck, weil Perret Jahre zuvor in Magdeburg das Einschläfern von Tigerbabys veranlasst hat. Die Stelle in Münster wird neu ausgeschrieben, Perret steht an seiner alten Wirkungsstätte in Magdeburg vor einem Scherbenhaufen.

► Die Abwahl des Stadtdirektors Hartwig Schultheiß im Sommer 2016 artet in eine wochenlange Schlammschlacht aus. Das neue schwarz-grüne Bündnis hat sich darauf verständigt, den bestehenden Arbeitsvertrag nach 16 Jahren nicht zu verlängern und ihm eine „neue Verwendung im Konzern Stadt Münster“ anzubieten, wozu es aber nicht kommt. Schultheiß fordert Oberbürgermeister Markus Lewe auf, sich zu positionieren, was aber ausbleibt. Am Tag der Abwahl trägt Schultheiß eine schwarze Krawatte, die Stimmung ist eisig.

► Im April 2017 wird bekannt, dass die Chefin des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau, Sandra Wehrmann, das Unternehmen nach nur drei Jahren wieder verlassen will. Sie hat einen besseren Job in Berlin gefunden.

► Die Leiterin der Stadtbücherei, Claudia Büchel, erst seit September 2017 im Amt, kündigt bereits im April 2018 wieder ihren Abschied an, aus „persönlichen Gründen“, wie sie sagt. Sie hat sich erfolgreich um die Leitung der Stadtbücherei in Neuss beworben.

► Im Mai 2018 wird Peter Todeskino (Grüne), von 1998 bis 2005 der Referent des grünen Stadtbaurates Gerhard Joksch, neuer Chef des städtischen Unternehmens WBI. Dass die Beigeordneten-Posten im Rathaus auch nach Parteienproporz vergeben werden, ist üblich. Jetzt indes besetzt das schwarz-grüne Bündnis auch einen Posten in einem städtischen Unternehmen mit einem politisch Vertrauten.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6031422?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F