Lange Nacht der Universitätsmedizin am Freitag Spitzenforschung und moderne Therapien

Münster -

Das Universitätsklinikum Münster und die Medizinische Fakultät der WWU laden am Freitag (7. September) zum ersten Mal zu einer langen Nacht der Universitätsmedizin ein. Von 16 bis 22 Uhr können Besucher in den Türmen, den anderen Klink-Gebäuden und Instituten der medizinischen Fakultät medizinische Forschung erleben und moderne Therapien kennenlernen. Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Robert Nitsch und der Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Münster, Prof. Dr. Mathias Herrmann, sprachen mit unserer Redakteurin Karin Völker darüber, was es alles zu entdecken gibt.

Von Karin Völker
Das Robotik-Zentrum des UKM demonstriert, wie hier operiert wird. Dekan Mathias Herrmann (kleines Bild oben) und der Ärztliche Direktor Robert Nitsch (unten) freuen sich auf die Lange Nacht.
Das Robotik-Zentrum des UKM demonstriert, wie hier operiert wird. Dekan Mathias Herrmann (kleines Bild oben) und der Ärztliche Direktor Robert Nitsch (unten) freuen sich auf die Lange Nacht. Foto: UKM

Warum öffnen Sie die Türen den Klinikums und der Institute mit einer so großen Veranstaltung?

Herrmann: Wir glauben, dass es sinnvoll und notwendig ist, einmal im Rahmen einer solchen großen Veranstaltung zu präsentieren, was wir hier am UKM tun. Die meisten Menschen lernen uns ja nur kennen, wenn sie krank sind und als Patient oder Angehöriger von Patienten zu uns kommen. Dass Spitzenmedizin und Spitzenforschung auf diesem Gebiet, wie sie hier geleistet wird, auch etwas Faszinierendes ist, können Menschen aus Münster und der Region bei der langen Nacht direkt erleben. Wir wollen Interesse für unsere Arbeit wecken – gerade bei jungen Menschen.

Sprechen Sie speziell die Jugend an?

Nitsch: Es gibt in der Tat viele schöne Programmpunkte für Kinder, beispielsweise können die unsere Werksfeuerwehr inspizieren oder unsere Bäckerei. Wir wenden uns aber mit dem Abgebot an die gesamte Bevölkerung. Wir wollen darstellen, was das Besondere an der Universitätsmedizin ist, schwierige Prozesse für Laien verständlich und erfahrbar machen. Man kann bei der langen Nacht beispielsweise selbst einmal einen Operationsroboter bedienen. Besucher können einen Erlebnisparcours absolvieren und dabei das ganze Feld der Spitzenmedizin erkunden.

Wie viele Besucher erwarten Sie denn?

Hermann: Das ist schwer zu sagen, wir laden ja zum ersten Mal zu einer solchen langen Nacht des Universitätsklinikums ein. Im Programmheft stehen ja 171 Angebote, die über das ganze Gelände verstreut und in den medizinischen Instituten, die ja teilweise außerhalb des Klinikgeländes liegen, stattfinden. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Besucherzahl am Ende fünfstellig sein wird.

Haben Sie unter den vielen Angeboten persönliche Favoriten im Programm?

Herrmann: Schwer zu sagen. Es gibt natürlich Highlights. Zum Beispiel können Besucher diagnostische Hochleistungsgeräte kennenlernen und in der Radiologie einmal mitgebrachte kleine Haushaltsgeräte röntgen. Spektakulär sind aber auch sehr große begehbare Organmodelle, in deren Inneres Führungen angeboten werden.

Exkursionen etwa durch den Darm?

Nitsch: Genau. In den Hörsälen wird es aber auch viele hochinteressante Vorträge über unsere Forschung geben, die auch für Zuhörer ohne Vorwissen verständlich sein werden. Wir wollen die gesamte Dimension der Universitätsmedizin auf eine spaßmachende Weise darstellen, Neugierde darauf wecken – und dabei auch verdeutlichen, dass wir die Zukunft der Medizin zum Wohl der Bevölkerung gestalten.

Und die Patienten im UKM? Welche Rolle spielen sie in der langen Nacht?

Nitsch: Unsere Patienten, soweit sie mobil sind, sind natürlich eingeladen, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Wir werden aber bei der langen Nacht keine Stationen zeigen, hier werden die Patienten wie immer versorgt und behandelt. Womöglich werden einige von ihnen es mitbekommen, dass wir den Westturm in der langen Nacht bunt anstrahlen.

Soll das UKM auf symbolische Weise in die Stadt und ins Münsterland leuchten?

Nitsch: Die Türme werden so auf eine neue und auch überraschende Weise weithin sichtbar. Sie gehören ja auch zum Stadtbild Münsters und wir hoffen, dass eine solche Aktion die Identität der Stadt mit dem UKM unterstreicht. Wir beschränken die Aktion übrigens auf den Westturm, weil der Ostturm wegen der Fassadensanierung ja noch eingerüstet ist.

Gewinnspiel: Exklusiv-Dinner auf dem UKM-Dach

Das Panorama vom Dach der Bettentürme des UKM können nur Feuerwehrleute und Bauarbeiter genießen – für die Öffentlichkeit sind die Plattformen in luftiger Höhe gesperrt. Einige Glückspilze dürfen dem UKM jetzt dennoch aufs Dach steigen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Anlässlich der ersten „Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster“ am Freitag verlosen die Ausrichter exklusive Essen an einem sonst unzugänglichen Ort.Als erster Preis winkt ein Candle-Light-Dinner für zwei Personen, zudem gibt es auch ein Mittagessen und Frühstück zu gewinnen. „Wir wollten etwas anbieten, das es nicht zu kaufen gibt“, sagt Dr. Christoph Hoppenheit, kaufmännischer Direktor des UKM. Vor einem etwaigen kulinarischen Genuss müssen die Gewinnspiel-Teilnehmer noch eine kleine Hürde überwinden: „Wie viele Pillen werden täglich im UKM eingenommen?“ lautet die Preisfrage, die es zu beantworten gilt. Sind es „nur“ 19 000? Oder 29 000? Oder gar 39 000?Die Teilnahmekarten gibt es an einem Stand in den Münster-Arkaden. Zudem sind diese auch – so lange der Vorrat reicht – bei der „Langen Nacht“ selbst erhältlich, und zwar in den Zelten an den Haupteingängen zum Medizin-Campus. Um 18.15 Uhr erfolgt dann die Verlosung.

Wird es künftig jedes Jahr eine lange Nacht der Universitätsmedizin am UKM geben?

Herrmann: Für eine solche Aussage ist es noch zu früh. Die Veranstaltung ist ja ein gewaltiger Aufwand. Wir können uns aber vorstellen, dass die Lange Nacht in einem bestimmten Rhythmus wiederholt wird. Vielleicht alle zwei Jahre.

Zum Thema

Das detaillierte Programm zur langen Nacht im UKM findet sich hier:  www.lange-nacht-muenster.de

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