Aasee: Kritik an Gutachten „Irreführung statt Aufklärung“

Münster -

Scharfe Kritik an dem am Freitag von der Stadt veröffentlichten Gutachten zur Umweltkatastrophe am Aasee: Es sei „irreführend“ und werfe mehr Fragen auf, als es Antworten gebe, so Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel. Das Gutachten zeuge von „organisierter Tatenlosigkeit“ statt vorsorgender Maßnahmen.

Der Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel hält das von der Stadt veröffentlichte Gutachten zur Umweltkatastrophe am Aasee für „irreführend“.
Der Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel hält das von der Stadt veröffentlichte Gutachten zur Umweltkatastrophe am Aasee für „irreführend“. Foto: Oliver Werner

Schon der Titel „Kurzgutachten“ sei irreführend, da es sich um eine Stellungnahme eines in der Sache „Aasee-Katastrophe“ mitveranwortlichen Beauftragten handele und kein Gutachten mit einer Untersuchung von anderer oder gar neutraler Stelle sei. „Durch eine derart beschönigende und aufwertende Bezeichnung bereits in diesem Stadium der Aufklärung wird auch die Besetzung der vom ins Leben gerufenen Taskforce, mit der Umweltverwaltung als Kern dieser Untersuchungskommission, mehr als fragwürdig“, so Sagel weiter. Denn es drohe so weiterhin nur, dass sich die Verantwortlichen bei der Stadt selber von jeder Schuld reinzuwaschen versuchen – „wie wir das seit Tagen bereits erleben“, betont der Linken-Politiker.

Warum in dem „Kurzgutachten“ erwähnt werde, dass die am Hauptzufluss der Aa betriebene Phosphatfällanlage „vom Frühling bis in den Herbst“ betrieben wird, diese aber laut Sagel im Juni bereits ausgeschaltet wurde, ohne dass andere vorsorgende Maßnahmen ergriffen wurden, bleibe ein Geheimnis des „Kurzgutachtens“. Es dränge sich der Eindruck auf, dass man bei der Stadt in der Hoffnung lebte, dass schon alles gut gehen wird, so Sagel weiter.

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