Aasee-Kontrolleur rechtfertigt sich „Fischsterben war nicht vorhersehbar“

Münster -

Der Landschaftsökologe, der für das „Aasee-Monitoring“ zuständig ist, rechtfertigt sich. Das Fischsterben sei nicht vorhersehbar gewesen.

Von Klaus Baumeister
In dieser Woche wurde wieder Wasser in den Aasee gepumpt. Das Fischsterben war gleichwohl nach Auskunft der Stadt nicht verhinderbar.
In dieser Woche wurde wieder Wasser in den Aasee gepumpt. Das Fischsterben war gleichwohl nach Auskunft der Stadt nicht verhinderbar.

„Ein solches massives Fischsterben, wie es im Aasee geschah, vorherzusagen, war so nicht möglich.“ Das erklärt der Landschaftsökologe Dr. Ansgar Schülting, bei dem die Stadt ein „Kurzgutachten zum Aasee“ in Auftrag gegeben habe, wie es in einem Brief der Stadtverwaltung an die Ratsparteien heißt.

Weiter steht da: „Dr. Schülting ist seit mehreren Jahren von der Stadt Münster mit dem Monitoring des Aasees beauftragt.“ Schültig ist somit kein neutraler Gutachter, sondern ein in der Verantwortung stehender Beteiligter.

Keine Anzeichen für Fischsterben

Schülting selbst spricht auch nicht von einem „Kurzgutachten“, sondern von einer „Stellungnahme zu den Untersuchungen am Aasee“. In dem dreiseitigen Schreiben heißt es: Anhand der Daten und der Kontrollen „an Tagen vor dem Fischsterben gab es keine Anzeichen, dass ein solches bevorstehen könnte.

Die Sauerstoffkonzentrationen, die von der Stadt oder auch vom Fischereiverein gemessen wurden, waren in keinem kritischen Bereich. Am Aasee wurden an den Tagen zuvor auch keine kleineren Mengen von toten Fischen entdeckt, die auf eine derart kritische Situation hinwiesen.“

Kontrollen angepasst

Weiter heißt es: „Während der Hitze und Trockenheit fand eine angepasste Kontrolle statt. Hierbei wurde der Aasee fast täglich Inaugenscheinnahme genommen. Da es keine Auffälligkeiten gab, wurden keine engeren Messintervalle durchgeführt.“

Zu den Parametern, die gemessen werden, gehören unter anderem Luft- und Wassertemperatur, ph-Wert, Leitfähigkeit des Wassers, Sichttiefe und Sauerstoffgehalt. Das Wasser selbst, so Schülting weiter, werde unter anderem auf Phosphat, Ammonium, Nitrit, Nitrat, Eisen, Chlorid und Sulfat untersucht.

Schülting reagiert in seiner Stellungnahme auch auf die Frage nach einer möglichen Vorbeugung: „Ein so großflächiges Fischsterben mit Sofort-Maßnahmen zu verhindern oder entgegenzuwirken, ist bei der Größe und geringen Wassertiefe des Aasees sehr schwer.“

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