Neue Gestaltungsfibel für das Bahnhofsquartier
Keine wilden Werbetafeln mehr

Münster -

Bislang ist es nur ein Wunsch, bei dem die Verantwortlichen hoffen, dass er in Erfüllung geht. Sollte er aber in Erfüllung gehen, dann darf man erwarten, dass der Berliner Platz, die Bahnhofstraße und die Windthorststraße künftig erheblich anders aussehen.

Freitag, 17.08.2018, 07:30 Uhr
Sie hoffen, dass die neue Gestaltungsfibel für das Bahnhofsquartier bei den Hauseigentümern Wirkung zeigt (v.l.): Joachim Thiele, Andreas Noack, Gebhard von und zur Mühlen sowie Stadtbaurat Robin Denstorff. Foto: Oliver Werner

Was ist passiert? Die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel stellte am Donnerstag eine so genannte Gestaltungsfibel vor. Sie soll dafür sorgen, dass – perspektivisch – die Hausbesitzer im Bahnhofsviertel einheitliche Kriterien bei Werbetafeln sowie bei der Gestaltung von Schaufenstern und Vordächern einhalten.

Andreas Noack vom Architekturbüro Planwerk, zugleich ISG-Mitglied, stellte bei einem Pressegespräch die Pläne vor.

Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung

Mit der Gestaltungsfibel sollen die Hauseigentümer am Bahnhof darauf reagieren, dass „die Dinge nicht so optimal“ seien. Es gebe einen Wildwuchs bei den Werbetafeln und in Teilen ein unvorteilhaftes Erscheinungsbild der Straßenzüge.

Abriss und Neubau: Arbeitsphasen am Hauptbahnhof

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    Die Zeit für das alte Bahnhofsgebäude war abgelaufen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick auf die Außenfassade des alten Empfangsgebäudes.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Eingangshalle standen Verkaufsstände...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...das triste Gebäude hatte ausgedient.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bereits 2013 wurde mit den ersten Abrissarbeiten auf der Rückseite des Hauptbahnhofes begonnen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Ausgang war somit fortan gesperrt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2014 waren die Geschäfte im Bahnhofsinneren leer.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Diese Aufnahme aus dem Januar 2015 zeigt das noch stehende alte Empfangsgebäude sowie die Abrissarbeiten auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Oliver Werner
  • Dieses Bild zeigt den ehemaligen Seiteneingang auf der Bahnhofsvorderseite - kurz vor dem Abriss.

    Foto: Oliver Werner
  • Anfang März erinnerte nur noch die alte Glasfassade in Blickrichtung der Gleise an das alte Empfangsgebäude.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Derweil gingen 2015 die Abrissarbeiten an der Bahnhofsstraße weiter. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Anfang vom Ende des alten Empfangsgebäudes: Abrissbeginn im Januar 2015.

    Foto: Oliver Werner
  • Es folgen Impressionen der Abriss- und Neubauphasen: hier aus dem März 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Mai 2015 konnte man nur erahnen, wie der neue Bahnhof aussehen würde.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Luftbild aus dem September 2015 zeigt die großen Kräne, die für die Bauarbeiten auf dem Gelände standen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein weiteres Luftbild aus dem September 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Während im September 2015 gebaut wurde, mussten die Bahnreisenden durch den Hamburger Tunnel zu den Gleisen gelangen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Arbeiten an der Bodenplatte im Oktober 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im November 2015 schaut sich ein Bauarbeiter die Baustelle aus erhöhter Position an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine weitere Fußgängerampel sorgte im November 2015 dafür, dass die Fußgänger geradewegs zum Hamburger Tunnel kommen konnten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Dezember 2015 waren erste Teile des neuen Bahnhofs bereits als solche erkennbar.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das schlechte Wetter im Dezember 2015 hielt die Bauarbeiter nicht davon ab, täglich voranzukommen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Rohbau nahm im Februar 2016 bereits deutlich Gestalt an.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Stützen sorgten im März 2016 für die nötige Stabilität.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Während am Bahnhofsgebäude weiter gebaut wurde, nahm das Leben auf der Bahnhofsstraße seinen gewohnten Gang.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine Gesamtübersicht über die Baustelle im März 2016.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch von den Gleisen hinter dem neuen Gebäude hatten Kunden der Deutschen Bahn im März 2016 bereits einen guten Blick auf die Bauarbeiten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Richtfest wurde im Juli 2016 gefeiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großer Kranz wurde traditionsgemäß auf das Dach des Gebäudes gehievt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der bretterzaun an der Rückeseite verdeckt im September 2016 längst nicht mehr den Blick auf die Baustelle.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im September 2016 ist vor der Baustelle wieder genug Platz für Fußgänger, um den Neubau zu passieren.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im September 2016 war bereits die Höhe des künftiges Bahnhofgebäudes ersichtlich.

    Foto: Oliver Werner
  • Wo normalerweise reger Durchgangsverkehr herrscht, ist im Oktober 2016 noch immer der Durchgang versperrt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Frontseite zeigt ein Plakat im Oktober 2016 bereits, wie der Bahnhof bei seiner Fertigstellung aussieht.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Baustützen dominieren auch im November 2016 den Blick ins Innere des Neubaus.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Januar 2017 geht es von den Gleisen nur in eine Richtung - nämlich zum Bremer Platz.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Januar 2017 ist die Fassade zu den Gleisen bereits fertig.

    Foto: Oliver Werner
  • Klare Linien und die Glaselemente sorgen für einen Vorgeschmack auf die Frontseite.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Inneren sind im März 2017 die Baustützen weitesgehend verschwunden. Die Geländer im ersten Stock sind bereits montiert.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Innenausbau schreitet schnell voran. Der Eröffnungstermin Ende Juni gerät fest in den Blick.

    Foto: Oliver Werner
  • In den oberen Etagen des Bahnhofs sind Büroflächen untergebracht.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Glasfront des neuen Bahnhofs ist im Mai 2017 erstmals in voller Pracht zu bewundern.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Supermarkt und mehrere Fastfood-Restaurants sind in das neue Bahnhofsgebäude eingezogen.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Luftbild aus dem Mai 2017.

    Foto: Oliver Werner
  • Und obwohl der Bau von außen betrachtet bereits fertig erscheint, müssen die Bahn-Kunden noch immer durch den Hamburger Tunnel zu den Gleisen gelangen.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Juni 2017 ist die Vorfreude besonders bei Pendlern groß, endlich wieder den Bahnhof durch den Haupteingang verlassen zu können.

    Foto: Oliver Werner
  • Kurz vor der Eröffnung wird am 22. Juni in der neuen Empfangshalle noch fleißig gearbeitet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Fahrkartenautomaten werden eingerichtet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am 24. Juni 2017 ist es so weit: Das neue Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs Münster öffnet seine Tore.

    Foto: Oliver Werner
  • Fahrgäste kommen jetzt wieder zu Fuß von der Innenstadt zu den Gleisen, ohne den Umweg über den Hamburger Tunnel nehmen zu müssen.

    Foto: Oliver Werner
  • Blick vom Obergeschoss in die neue Ladenzeile im Hauptbahnhof.

    Foto: Oliver Werner
  • Die neue Empfangshalle ist lichtdurchflutet. Links die Anzeigetafel für die Züge, rechts sind Infotafeln zu den Bus-Abfahrten angebracht.

    Foto: Oliver Werner

Die Gestaltungsfibel soll eine Leitlinie für mehr Einheitlichkeit sein, sozusagen eine „Ergänzung zum Bebauungsplan“.

Anders als der Bebauungsplan beruht die Gestaltungsfibel aber auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung. Deshalb konnte bei dem Pressegespräch weder Noack noch der ISG-Schatzmeister Joachim Thiele sagen, wann und in welchem Umfang die vorhandenen Häuser nach den Vorgaben der Fibel umgestaltet werden. „Wir sind mit den Hauseigentümern im Gespräch“, so Thiele.

Das „Entree der Innenstadt“

Gelockt werden sollen die Anlieger mit einem Zuschuss, der rund zehn Prozent der Kosten ausmacht. Er wird zur Verfügung gestellt über eine so genannten Verfügungsfonds.

In diesen hat die Stadt Münster bislang 90.000 Euro eingezahlt.

Sollte das neue Konzept an allen in Frage kommenden Straßen – also Berliner Platz, Bahnhofstraße und Windthorststraße – umgesetzt werden, rechnet Architekt Noack mit Ausgaben von insgesamt 2,5 Millionen Euro. Als vorbildlich für die Planer gilt in diesem Zusammenhang die Art, wie Werbung und Fassadengestaltung an dem Gebäudekomplex „Die Direktion“ geregelt wurde.

Stadtbaurat Robin Denstorff lobte die Initiative der ISG Bahnhofsviertel, weil das Quartier das „Entree der Innenstadt“ sei.

Anfang der Neugestaltung am Berliner Platz?

Der Bahnhof inklusive Bahnhofstraße sei ein „Knotenpunkt für Radfahrer, Fußgänger, Bahn- und Busfahrgäste sowie für Autofahrer“. Trotz der überragenden Bedeutung gebe es bei der optischen Gestaltung der Straßen wie auch beim Besatz der Geschäfte noch „Luft nach oben“.

ISG-Vorsitzender Gebhard von und zur Mühlen hoffte, dass am Berliner Platz ein Anfang bei der Neugestaltung gemacht werden könne. Diese Achse habe jeder Münster-Besucher im Blick, sobald er den Hauptbahnhof verlasse.

Infos

Details zur neuen Gestaltungsfibel gibt es hier .

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Aber auch von und zur Mühlen betonte die Freiwilligkeit. Es gehe um eine „Quartiersentwicklung von der Basis her“, ergänzte Thiele. „Die Fibel ist ein Angebot, das ist die Hoffnung.“ Wenn einer anfange, würden andere folgen. Und bereits der Umstand, dass die ISG das Projekt Gestaltungsfibel angepackt habe, habe eine Diskussion ausgelöst. „Die Hauseigentümer wissen, dass andere Leute über ihre Immobilie nachdenken.“

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