Neue Gestaltungsfibel für das Bahnhofsquartier Keine wilden Werbetafeln mehr

Münster -

Bislang ist es nur ein Wunsch, bei dem die Verantwortlichen hoffen, dass er in Erfüllung geht. Sollte er aber in Erfüllung gehen, dann darf man erwarten, dass der Berliner Platz, die Bahnhofstraße und die Windthorststraße künftig erheblich anders aussehen.

Von Klaus Baumeister
Neue Gestaltungsfibel für das Bahnhofsquartier: Keine wilden Werbetafeln mehr
Sie hoffen, dass die neue Gestaltungsfibel für das Bahnhofsquartier bei den Hauseigentümern Wirkung zeigt (v.l.): Joachim Thiele, Andreas Noack, Gebhard von und zur Mühlen sowie Stadtbaurat Robin Denstorff. Foto: Oliver Werner

Was ist passiert? Die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel stellte am Donnerstag eine so genannte Gestaltungsfibel vor. Sie soll dafür sorgen, dass – perspektivisch – die Hausbesitzer im Bahnhofsviertel einheitliche Kriterien bei Werbetafeln sowie bei der Gestaltung von Schaufenstern und Vordächern einhalten.

Andreas Noack vom Architekturbüro Planwerk, zugleich ISG-Mitglied, stellte bei einem Pressegespräch die Pläne vor.

Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung

Mit der Gestaltungsfibel sollen die Hauseigentümer am Bahnhof darauf reagieren, dass „die Dinge nicht so optimal“ seien. Es gebe einen Wildwuchs bei den Werbetafeln und in Teilen ein unvorteilhaftes Erscheinungsbild der Straßenzüge.

Die Gestaltungsfibel soll eine Leitlinie für mehr Einheitlichkeit sein, sozusagen eine „Ergänzung zum Bebauungsplan“.

Anders als der Bebauungsplan beruht die Gestaltungsfibel aber auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung. Deshalb konnte bei dem Pressegespräch weder Noack noch der ISG-Schatzmeister Joachim Thiele sagen, wann und in welchem Umfang die vorhandenen Häuser nach den Vorgaben der Fibel umgestaltet werden. „Wir sind mit den Hauseigentümern im Gespräch“, so Thiele.

Das „Entree der Innenstadt“

Gelockt werden sollen die Anlieger mit einem Zuschuss, der rund zehn Prozent der Kosten ausmacht. Er wird zur Verfügung gestellt über eine so genannten Verfügungsfonds.

In diesen hat die Stadt Münster bislang 90.000 Euro eingezahlt.

Sollte das neue Konzept an allen in Frage kommenden Straßen – also Berliner Platz, Bahnhofstraße und Windthorststraße – umgesetzt werden, rechnet Architekt Noack mit Ausgaben von insgesamt 2,5 Millionen Euro. Als vorbildlich für die Planer gilt in diesem Zusammenhang die Art, wie Werbung und Fassadengestaltung an dem Gebäudekomplex „Die Direktion“ geregelt wurde.

Stadtbaurat Robin Denstorff lobte die Initiative der ISG Bahnhofsviertel, weil das Quartier das „Entree der Innenstadt“ sei.

Anfang der Neugestaltung am Berliner Platz?

Der Bahnhof inklusive Bahnhofstraße sei ein „Knotenpunkt für Radfahrer, Fußgänger, Bahn- und Busfahrgäste sowie für Autofahrer“. Trotz der überragenden Bedeutung gebe es bei der optischen Gestaltung der Straßen wie auch beim Besatz der Geschäfte noch „Luft nach oben“.

ISG-Vorsitzender Gebhard von und zur Mühlen hoffte, dass am Berliner Platz ein Anfang bei der Neugestaltung gemacht werden könne. Diese Achse habe jeder Münster-Besucher im Blick, sobald er den Hauptbahnhof verlasse.

Infos

Details zur neuen Gestaltungsfibel gibt es hier .

Aber auch von und zur Mühlen betonte die Freiwilligkeit. Es gehe um eine „Quartiersentwicklung von der Basis her“, ergänzte Thiele. „Die Fibel ist ein Angebot, das ist die Hoffnung.“ Wenn einer anfange, würden andere folgen. Und bereits der Umstand, dass die ISG das Projekt Gestaltungsfibel angepackt habe, habe eine Diskussion ausgelöst. „Die Hauseigentümer wissen, dass andere Leute über ihre Immobilie nachdenken.“

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