Honigernte abgeschlossen Bienen haben ihren Job erledigt

Münster-Sprakel -

Alles ist früh in diesem Jahr: auch die Honigernte. Jetzt werden die Völker eingefüttert und gegen die Varroamilbe behandelt.

Von Katrin Jünemann
Die Bienen haben jetzt schon Pause bis zum nächsten Jahr.
Die Bienen haben jetzt schon Pause bis zum nächsten Jahr. Foto: kaj

Das Gesundheitsamt hat jetzt eine Verfügung erlassen, die Münsters Imker verpflichtet, ihre Bienen gegen die Varroamilbe zu behandeln. Ist Gefahr im Verzug? „Die Maßnahme ist in Münster seit Jahren etabliert“, erklärt Dr. Giovanni Serra vom Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster. Sie diene der Bestandserhaltung der Völker.

Die Gefahr durch die Varroamilbe sei zwar nicht größer geworden, so die Vorsitzende des Kreisimkervereins Münster, Antonie Averbeck. Aber es sei sehr wichtig, dass alle Imker ihre Völker behandelten und der ganze Raum Münster varroafrei sei, betont die Sprakelerin. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich die Milbe wieder ausbreite.

Wichtig sei die Behandlung auch deshalb, „weil es in Münster 222 Imker mit über 1000 Völkern gibt“. Sehr viele auch in der Innenstadt: Die Studenten am GermaniaCampus seien zum Beispiel sehr aktiv. Wenn sie ihr Studium beendet hätten, nähmen einige ihre Völker mit, andere gäben sie weiter.

Potenzial fürs Imkern gebe es auch in den 67 Kleingartenanlagen Münsters: Aus den Kleingärten kämen immer wieder Nachfragen nach Völkern an den Kreisimkerverein. „Es sind vor allem jüngere Leute“, so die Beobachtung der Vorsitzenden des Kreisimkervereins. Auch auf den Höfen wachse das Interesse an Bienen, hat die Sprakeler Landfrau beobachtet.

Der Imkerverein hat darauf reagiert: „Wir haben eine zen­trale Anlaufstelle im Verein“, sagt Antonie Averbeck. Zwischen denen, die Bienen suchen und denen, die Völker verleihen oder abgegeben, vermittele Klaus Höse (klaus.hoese@kiv-muenster.de).

Die Vorsitzende des Kreisimkervereins freut sich über das wachsende Interesse an Bienen. Sie imkert seit 13 Jahren: „Als ich 2005 angefangen habe, gab es 86 Imker in Münster – heute sind es 222. Und 24 Prozent davon sind Frauen.“ Dass Frauen imkern, kann Antonie Averbeck sehr gut nachvollziehen: „Sie haben ihren imkernden Männern schon immer geholfen“, hätten beispielsweise das Schleudern übernommen.

Wie schaut es mit ihren eigenen Bienen aus? „Ich bin mit meinen acht Völkern gut zufrieden“, sagt Antonie Averbeck und lacht. „Sie sind gut in Form und haben gut eingebracht“, fügt sie mit Blick auf die Honigernte hinzu. Der Honig ist schon raus aus den Waben.

Linden, die letzten, die angeflogen werden, haben dieses Jahr sehr früh geblüht. „Mitte Mai wurde das erste Mal geschleudert – Ende Juni, Anfang Juli das zweite Mal“, erklärt die Imkerin.

Jetzt haben die Bienen, was die Ernte anbelangt, Pause. Sie werden nun eingefüttert und gegen Varroa behandelt. Antonie Averbeck hat ihre Völker mit einem Puderzucker-Futterteig versorgt – „da haben sie länger etwas dran zu tun.“  

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