Osmo-Hallen am Hafen Abrissarbeiten in Etappen

Münster -

Kein einheitliches Bild bieten aktuell die Osmo-Hallen. Teile der Hallen sind abgerissen, Teile noch nicht. Hier die Hintergründe:

Von Klaus Baumeister
Die Abrissarbeiten auf dem LVM-Grundstück im Bereich der alten Osmo-Hallen sind weitgehend abgeschlossen. Die Nachbareigentümer Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing sind derweil mit dem Abriss noch gar nicht angefangen. Auf der Südseite des Hafenbeckens (kleines Foto) gibt es derweil Abrissarbeiten.
Die Abrissarbeiten auf dem LVM-Grundstück im Bereich der alten Osmo-Hallen sind weitgehend abgeschlossen. Die Nachbareigentümer Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing sind derweil mit dem Abriss noch gar nicht angefangen. Foto: Matthias Ahlke

Auf der Nord- wie auch auf der Südseite des Stadthafens sind derzeit die Abrissbagger im Einsatz. Was nach ihnen kommt, ist noch offen. Im Bereich des alten Osmo-Geländes haben die Bauarbeiter, die im Auftrag der LVM-Versicherung alte Hallen demontieren, bereits ganze Arbeit geleistet. Ende August oder Anfang September wollen sie fertig sein. Für 60 Millionen Euro will der LVM an der Wasserkante einen Gebäudekomplex mit Büros, Restaurants und Wohnungen bauen.

Die Investoren Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing, denen die Osmo-Hallen zwischen dem Hafenweg und der Schillerstraße gehören und die dort Wohnungen bauen wollen, beschäftigen sich derzeit nicht mit der Frage nach einem Abriss. Es sei ja gar nicht klar, wann neu gebaut werden dürfe, heißt es.

Nach Auskunft der LVM-Pressesprecherin Michaela Kiepe steht nur noch ein Teil der Halle des ehemaligen „Heaven“. Darüber hinaus seien „noch einige Teile der Dachkonstruktion über dem Hafenweg zu entfernen“. In einem weiteren Schritt werde der Boden auf mögliche Belastungen überprüft und dann in einer Tiefe von 1,20 bis 1,50 Meter abgetragen, bevor der Kampfmittelräumdienst das Gelände untersuche. 

Zurückhaltung bei Investoren

Wenn spätestens Anfang September die Abrisskolonne abrückt, dürfte es (vorerst) wieder ruhig werden. Auf die Frage, wann sie die auf ihrem Grundstück befindlichen Hallen beseitigen werde, antwortete die Deilmann-Projektentwicklung: „Wir werden zeitnah zum Baubeginn abreißen, damit rechnen wir frühestens in zwei Jahren.“

Zurückhaltend äußert sich auch der Investor und Architekt Rainer M. Kresing: „Warum soll ich die alten Gebäude abreißen, wenn ich kein Baurecht für die neuen habe?“ Seit zwölf Jahren arbeite er an dem Projekt, stehe auch mit der Stadtverwaltung im Gespräch, müsse aber feststellen: „Die Sache ist sehr verhalten.“

Die „Sache“, das ist nach vorliegenden Informationen auch die Frage, ob auf dem Hafengelände 30 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen angeboten werden müssen. Flächendeckend macht die Stadt dies inzwischen bei neuen Bebauungsplänen zur Vorgabe. Wie zu hören ist, hakt es gewaltig.

Arbeiten auf Südseite des Hafenbeckens 

Unterdessen werden auch am Mittelhafen, also an der Südseite des Hafenbeckens, zwei Gebäude abgerissen. Zum einen handelt es sich um das alte Verwaltungsgebäude des früheren Gefahrgutlagers Lehnkering, so Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler. Die Stadtwerke sind Eigentümerin der Fläche. Mit dem Abriss wolle man dem zunehmenden Vandalismus zuvorkommen. 100 Meter entfernt wird eine alte Lagerhalle abgerissen. Der ausgelaufene Pachtvertrag sehe einen Abriss vor, so Adler. Neubaupläne für dieses Gelände gebe es derzeit nicht.  

Kommentar

Osmo-Bebauung lässt auf sich warten: Brache seit 17 Jahren

Im Jahr 2001 meldete das Traditionsunternehmen Ostermann & Scheiwe Insolvenz an. Seitdem haben die Osmo-Hallen ihre alte Funktion als Holzlager verloren, die Stadtgesellschaft wartet auf eine sinnvolle Nachnutzung dieses am Wasser gelegenen Areals. Man muss schon ein großer Optimist sein, wenn man die These vertreten möchte, dass 20 Jahre später, also im Jahr 2021, das Osmo-Gelände in neuem Glanz erstrahlt und mit Wohnungen, Geschäften und Restaurants bebaut ist. Das wäre allenfalls dann (noch) möglich, wenn jetzt direkt der Baubeginn erfolgen würde. Aber dafür gibt es bislang keinen Termin. Ja, es liegt noch nicht einmal ein neuer Bebauungsplan vor. Und dem Vernehmen nach ist – nicht zuletzt wegen sehr unterschiedlicher Erwartungshaltungen der Beteiligten – der Weg dorthin steinig. Natürlich gibt es unendlich viele Gründe, warum die in Münster ohnehin sehr schwierige Stadtplanung am Hafen noch etwas schwieriger ist. Aber eine 17 Jahre währende Brache an einer derart exponierten Stelle ist schlicht eine Blamage. Klaus Baumeister

    

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