Hans Günter Winkler und Münster
Olympia-Kappe ist im Pferdemuseum

Münster -

Hans Günter Winkler ist eine Legende des deutschen Reitsports. Das Pferdemuseum im Allwetterzoo bewahrt einige bedeutende Erinnerungsstücke aus seinem sportlichen Leben auf.

Montag, 09.07.2018, 19:22 Uhr aktualisiert: 09.07.2018, 19:24 Uhr
Hans Günter Winkler Foto: dpa

Die Kappe, die Hans Günter Winkler 1956 bei seinem Jahrhundert-Ritt mit Pferd „Halla“ bei den Olympischen Spielen in Stockholm trug, befindet sich heute im Westfälischen Pferdemuseum in Münster. „Ich bin geschockt und berührt“, sagt Museumsleiterin Sybill Ebers am Montagmorgen, nachdem sie von Winklers Tod erfahren hat. „Damit ist eine Reitlegende abgetreten.“

Eine Reitlegende, mit der die Geschichte des Pferdemuseums im Allwetterzoo eng verbunden ist. „Winkler war eines der ersten Mitglieder des Fördervereins unseres Museums“, erinnert sich Ebers. „Er hat unser Projekt von Anfang an unterstützt. Winkler fand es klasse, dass es in Münster ein Pferdemuseum gibt.“

Neben der Reitkappe sind noch weitere Exponate von Hans Günter Winkler zu sehen. Zum Beispiel der Sattel, den „Halla“ 1956 in Stockholm trug. Außerdem Winklers Startnummern von sämtlichen Olympiaden, an denen er teilnahm.

Hans Günter Winkler: Einer der populärsten Sportler der 50er und 60er Jahre

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  • Springreiter-Legende Hans Günter Winkler ist nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vom Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Springreiter-Legende Hans Günter Winkler ist nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vom Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Foto: Z1004 Peer Grimm
  • Mit fünf Goldmedaillen ist Winkler der erfolgreichste Reiter der Olympia-Geschichte. Winkler gewann in seiner Karriere außerdem eine Silber- und eine Bronzemedaille.

    Foto: dpa
  • Springreiter Winkler lenkte seine Stute Halla trotz starker Schmerzen fehlerfrei durch den zweiten Umlauf im olympischen Nationenpreis von Stockholm und sicherte sich die Einzel- und der deutschen Equipe die Mannschafts-Goldmedaille. Seit dem Gold-Ritt ranken sich zuweilen märchenhafte Erzählungen um die große Sternstunde des deutschen Reitsports im Sommer 1956.

    Foto: A9999 DB
  • Berühmt wurde der Reiter vor allem durch seine Ritte mit der Stute Halla bei den Olympischen Spielen 1956. Hier steht Hans-Günter Winkler vor dem Standbild aus Bronze der Wunderstute "Halla", aufgenommen anlässlich der feierlichen Enthüllung vor dem Deutschen Olympiade-Komitee für die Reiterei.

    Foto: Roland Scheidemann
  • Winkler verletzte sich in der ersten Runde der Einzel- und Mannschafts-Entscheidung so schwer, dass er beim Reiten starke Schmerzen hatte. Foto: Dominique Leppin
  • Angeführt vom erfolgreichen Reiter Hans-Günter Winkler, der die Fahne trägt, marschiert die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland am 17.07.1976 bei der Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele in das Olympiastadion von Montreal ein.

    Foto: dpa
  • Obwohl er Halla beim zweiten Durchgang kaum helfen konnte, trug ihn die Stute ohne Fehler zum Doppel-Gold. Foto: Friso Gentsch
  • Ludger Beerbaum, Hans Günter Winkler und Ulrich Kirchhoff (v.l.) stellen sich am 04.08.1996 in Atlanta nach der olympischen Entscheidung im Springreiten-Einzel, das Kirchhoff mit seinem Pferd Jus de Pommes für sich entscheidet, zum Gruppenfoto.

    Foto: dpa
  • Der Reiter, der oft mit seinem Spitznamen „HGW“ gerufen wurde, gewann zweimal den Einzel-Titel bei Weltmeisterschaften. Foto: Marion Bulla
  • Handball-Weltmeister-Coach Heiner Brand (r.) hält die "Goldenen Sportpyramide 2007" mit den Gewinnern der vergangenen Jahre, Franz Beckenbauer, Roland Matthes, Ingrid Mickler-Becker, Uwe Seeler, Hans Günter Winkler, Rosi Mittermaier-Neureuther und Manfred Germar (v.r.) am 25.05.2007 in Berlin.

    Foto: dpa
  • Winkler startete in mehr als 100 Nationenpreisen für die deutsche Mannschaft. Seine Karriere beendete Winkler 1986 in Aachen, wo er dreimal beim CHIO den Großen Preis gewann. Foto: Uwe Anspach
  • Er erhielt später zahlreiche Auszeichnungen, darunter das große Bundesverdienstkreuz. Winkler war viermal verheiratet. Foto: Lowinski
  • Hans-Günter Winkler bei seiner Verabschiedung bei den Löwen Classics 2014 am 09.03.2014 in der Volkswagenhalle in Braunschweig. Foto: Dominique Leppin
  • Winkler wurde 1926 in Barmen (bei Wuppertal) geboren. Foto: Friso Gentsch
  • Winkler trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Warendorf ein. Foto: Wiening
  • Der ehemalige Springreiter Hans Günter Winkler posiert am 16.03.2016 im Trophäenraum in seinem Haus in Warendorf vor seinen Pokalen. 

    Foto: dpa
  • Der frühere deutsche Springreiter Hans Günter Winkler im westfälischen Warendorf vor dem Stall seines Hengstes Cellini. Foto: Bernd Thissen
  • Springreiter-Legende Hans-Günter Winkler ist beim CHIO, dem Großen Preis von Aachen, zu Gast.

    Foto: Friso Gentsch

Ebers erinnert sich noch gut an ihren ersten Besuch auf der Reitanlage von Winkler in Warendorf. „Ein wunderschönes Anwesen. In seinem Haus befand sich ein Raum, der einer Schatzkammer ähnelte. Dort bewahrte er alle Medaillen, Urkunden und Pokale auf, die er gewonnen hatte.“ Nach dem Besuch gab er den Sattel an das junge Museum ab – und ein paar Jahre später trennte er sich dann auch von der Kappe.

Im Pferdemuseum habe Winkler im Laufe der Zeit immer wieder vorbeigeschaut, auch mit Gästen, berichtet Ebers. Bei einem Vortrag sei der Reiter „wie ein Kult-Star“ gefeiert worden. „Kult“ ist für Ebers auch „Halla“: „Sie ist bis heute mein Lieblingspferd.“

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