Professor Helge Slaatto verabschiedet sich und seine Konzertreihe in der Erlöserkirche Ein letzter Gang mit der Geige

Münster -

Der Sonnenstrahl sucht sich seinen Weg durch den „Geigengarten“, es erklingt „Die Lerche steigt auf“: Ein warmer Sommerabend begleitete in der Erlöserkirche den Tag des genau 80. und dabei zugleich letzten „Geigengartens“, denn das Format von Professor Helge Slaatto für Studierende seiner Violin- und Kammermusikklasse der Musikhochschule endet mit seiner Emeritierung zum 1. September.

Von Andreas Hasenkamp
Zum Finale des Geigengartens ein Exodus: Helge Slaatto (vorne) zieht mit seinen Mitspielern beim letzten Konzert der Reihe aus der Kirche aus.
Zum Finale des Geigengartens ein Exodus: Helge Slaatto (vorne) zieht mit seinen Mitspielern beim letzten Konzert der Reihe aus der Kirche aus. Foto: Andreas Hasenkamp

Ohne Musik sei der Kirchenraum tot, so dankte der Vorsitzende des Fördervereins der Kirchenmusik an der Erlöserkirche, Gerd Dethlefs, Slaatto für seine Konzerte dort. Seit etwa zehn Jahren sind die Studierenden ein- bis zweimal zu Gast. Geringer Hall in der von einem Holzdach geprägten Kirche kommt der Kammermusik entgegen – alles ist klar zu hören: Die sehr gute Harmonie von Violine und Klavier bei Ralph Vaughan Williams „Lerche“, das ein Aufeinandertreffen aufgeregt und zart erzählende Duett aus „Hay Que Caminar“ Luigi Nonos wurde gespielt von Rebecca Minio-Paluello und Jeehyun Lee; das Liebliche in Johan Svendsens Romanze G-Dur, die Bewegtheit in Beethovens Sonate G-Dur – dies interpretierte Leon Stüssel mit Risa Adachi am Klavier.

Helge Slaatto zeigt im Zusammenspiel mit Matias de Oliveira Pinto am Cello und im Violin-Duett mit seiner Frau Anne, was das 20. Jahrhundert – Villa Lobos – zu bieten hat, Chiara Frances-chini bewies mit Tartinis Sonate a-Moll, was das 18. Jahrhundert auszudrücken vermochte.

Die Sonne setzt ihren Weg fort, und zum Finale wandern auch die Musiker, aktuelle und ehemalige Studierende Slaattos: Erst steht Slaatto mit Younggang Li, Mina Lee, Jihong Oh, Mafalda Pessoa, Franziska Kneissl, Sungchan Han, Soyoen Lee, Yuxi Liu, Melanie Mardiros und Jeehyun Lee in Keilform vom Altarraum bis in den Kirchenraum hinein, dann ziehen sie im Gänsemarsch hinaus, spielen aus Arne Nordheims „Partita für Paul“. Kräftiger Applaus belohnt die virtuose Vielfalt. Slaatto erinnert sich gut, wie er einst mit dem Organisten der Erlöserkirche, Winfried Berger (1954-2010), die Idee zum Geigengarten entwickelte. Die meisten der Konzerte fanden in der Musikhochschule statt, viele in der Erlöserkirche.

In der Erlöserkirche ist als nächstes das Herbstkonzert des Mozartorchesters mit Godard, Schubert, Grøndal am 4. Oktober zu hören.

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