60-Millionen-Euro-Projekt
Münsters vorerst letztes Hochhaus

Münster -

An der Robert-Bosch-Straße soll ein 60 Millionen Euro teures Hochhaus entstehen. Das 60-Meter-Gebäude wird auf Jahre der letzte Hochhaus-Neubau sein. Weitere Bebauungspläne, die ein solches Projekte ermöglichen, gibt es aktuell nicht mehr.

Freitag, 06.07.2018, 19:30 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 19:42 Uhr
Der neue Büroturm am Kanal (Animation) soll ab etwa 2020 entstehen. Foto: Interboden / Böhm und Thesing

In Münster wird zum vorerst letzten Mal ein Hochhaus errichtet. 60 Meter hoch ist der Büroturm, den das Ratinger Unternehmen Interboden GmbH an der Robert-Bosch-Straße bauen wird. Acht Investoren hatten sich nach Angaben der Stadt an einem Auswahlverfahren beteiligt, am Mittwochabend stimmte der Rat dem Verkauf des städtischen Grundstücks zu einem Preis von 2,6 Millionen Euro zu. Interboden wird rund 60 Millionen Euro in den Neubau investieren.

Der Bebauungsplan für das Grundstück stammt aus dem Jahr 2002 und sieht ausdrücklich den Bau eines Hochhauses vor. Weitere Bebauungspläne, die Hochhäuser ermöglichen, gibt es aktuell nicht mehr.

Bislang kein Widerstand

Ein Projekt mit einer solchen Dimension – der Büroturm hat 17 Etagen – wird es damit in den kommenden Jahren nicht noch einmal geben. Das Grundstück hat eine Fläche von fast 10 000 Quadratmetern. Die Flüchtlingsunterkunft, die sich auf dem Areal befindet, soll bis 2021 zurückgebaut werden, heißt es im Immobiliendossier.

Im Gegensatz zum letzten großen Hochhaus-Projekt – dem 45 Meter hohen „Metropolis“ am Hauptbahnhof – regt sich bislang kein Widerstand. Ein Grund mag die Lage sein, schließlich befindet sich der Büroturm an der Peripherie der Stadt, in einem industriell geprägten Gebiet zwischen Kanal und Umgehungsstraße, fern der City.

Das sind Münsters höchste Bauwerke

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    Dass der Funkturm Münsters höchstes Bauwerk ist, leuchtet ein. Doch auch unter der 100-Meter-Marke tummeln sich in der Stadt einige "herausragende" Gebäude.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Iduna-Hochhaus am Servatiiplatz misst 42 Meter.

    Foto: Oliver Werner
  • Das jüngste unter Münsters Hochhäusern steht am Hauptbahnhof: Der Metropolis-Bau ist 45 Meter hoch. Nach Protesten wurde die ursprüngliche Planung (60 Meter) verworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Etwas höher ist das Gebäude der WL-Bank am Sentmaringer Weg: 51 Meter.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Dom-Türme ragen 58 Meter hoch in den Himmel.

    Foto: Oliver Werner
  • Noch in Planung ist der 60 Meter hohe Büroturm am Dortmund-Ems-Kanal.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Neubau wäre damit in etwa gleich groß wie die Bettentürme der Uniklinik.

    Foto: Oliver Werner
  • Mit 63 Metern ist der "Kristall"-Turm der LVM, der 2014 fertiggestellt wurde, noch etwas höher.

    Foto: Oliver Werner
  • Doch der ältere LVM-Turm 5 (Baujahr 1998, rechts im Bild) überragt seinen jüngeren "Bruder" um zehn Meter. Mit 73 Metern das höchste Bürogebäude der Stadt.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche überragt mit seinen 87 Metern das Dächermeer im Kreuzviertel.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Stadtzentrum ist die Lambertikirche mit 90 Metern Spitzenreiter.

    Foto: Oliver Werner
  • Was nur wenige wissen: Der Turm der Herz-Jesu-Kirche an der Wolbecker Straße ist mit 95 Metern der höchste in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Unschlagbar bleibt natürlich der Fernmeldeturm mit knapp 230 Metern.

    Foto: Oliver Werner
  • Der geplante Neubau am Dortmund-Ems-Kanal wird das dritthöchste Bürogebäude in Münster.

    Foto: Grafik: Jürgen Christ

„Motor der Entwicklung“ an der Robert-Bosch-Straße

„Wir erhoffen uns von dem Vorhaben eine Initialzündung für das gesamte Quartier“, betont Christa Ransmann vom Amt für Immobilienmanagement. Der Büroturm solle zu einem „Motor der Entwicklung“ an der Robert-Bosch-Straße werden. Bereits im Bau ist ein dreigeschossiges Gebäude direkt neben dem geplanten Hochhaus. Vor allem Büroflächen sollen in diesem Bereich entstehen. Auch in der Interboden-Immobilie sind Büros geplant, daneben sollen hier eine Betriebskita und gegebenenfalls kleine Läden und ein Restaurant untergebracht werden, berichtet Ransmann. Über einen Ankermieter, der einen Großteil der Fläche beziehen wird, sei bislang nichts bekannt.

„Ich bin begeistert, dass wir diesen Turm bauen dürfen“, so Architekt Peter Böhm gegenüber unserer Zeitung. Er zeichnet auch für das Philosophikum am Domplatz verantwortlich, das erst vor Kurzem offiziell eingeweiht wurde. „Unser Projekt ist nicht nur funktionell, sondern auch qualitätvoll. Es gibt dem Bereich eine urbane Qualität“ – die auch die Stadt an dieser Stelle etablieren will.

Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster

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  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster
Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Schlüsselübergabe für das Philosophikum (v.l.): Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels, Prof. Dr. Reinold Schmücker (Philosophisches Seminar), Isabella Oppenberg und Markus Vieth vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) sowie Uni-Kanzler Matthias Schwarte.

    Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner
  • Neueröffnung des Philosophikums der Universität Münster Foto: Oliver Werner

„Das neue Hochhaus soll zusammen mit Agravis zu einer Art Eingangsportal in die Stadt werden“, sagt auch Christa Ransmann. Sie geht davon aus, dass der Grundstücksverkauf in einem Jahr in trockenen Tüchern sein wird und die Bauarbeiten dann ein weiteres Jahr später starten werden.

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