Foucaultsches Pendel
Den entscheidenden Anstoß gab Kasper König

Münster -

Wie so oft, wenn es um große Kunst in Münster geht, führt die Spur zu Kasper König. Auch bei der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass Gerhard Richter „sein“ Foucaultsches Pendel ausgerechnet in Münster errichtete, führt kein Weg an dem „Macher“ der Skulptur-Projekte 1977 bis 2017 vorbei.

Montag, 18.06.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 18.06.2018, 11:51 Uhr
Kasper König hatte wieder einmal seine Hände im Spiel. Foto: ohw

Also: In Vorbereitung auf die Skulptur-Projekte 2017 wandte sich die Stadt Münster an den Ausstellungsmacher mit der Bitte, bei der Standortsuche für die geplanten Kunstwerke den Gasometer zu berücksichtigen.

König zeigte sich, wie er am Rande der Eröffnungsfeier am Wochenende erzählte, wenig überzeugt von dieser Idee. Zugleich aber fiel ihm ein, dass Gerhard Richter schon seit Jahrzehnten auf der Suche nach einem Ort für das Foucaultsche Pendel sei. „Ich dachte mir, der Gasometer könnte passen.“

Gerhard Richter überreicht der Stadt Münster sein Pendel-Kunstwerk

1/9
  • OHW_7612

    Ein Pendel für Münster: 48 Kilogramm wiegt das Foucaultsche Pendel aus Messing, das die Stadt von Künstler Gerhard Richter geschenkt bekommen hat.

    Foto: Oliver Werner
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) freute sich am Samstag (16.6.) über das Geschenk und darüber, dass der weltbekannte Künstler Gerhard Richter persönlich zur Übergabe nach Münster kam. 

    Foto: Oliver Werner
  • Der Künstler Gerhard Richter erklärt Münsters Bürgermeister Markus Lewe (r.) sein Pendel.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Foto mit dem Kunst-Star: Gerhard Richter (Mitte) nahm sich viel Zeit für Gespräche und Fotos. 

    Foto: Oliver Werner
  • Gerhard Richter hat in der Kirche eine dunkle Bodenplatte verlegen lassen. Darüber wird das eigentliche Kunstwerk des Kölners schwingen: Ein 48 Kilogramm schweres Foucaultsches Pendel aus Messing, das an einem 29 Meter langen Seil hängt. Es zeigt mit seiner Bewegung die Erdrotation an. Vier sechs Meter hohe Glastafeln, die paarweise vor den Wänden angebracht sind, reflektieren die Bewegung des Pendels im Kirchenraum.

    Foto: Oliver Werner
  • Ab Sonntag (17.6., 11.30 Uhr) ist die Installation mit dem Titel „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ in der Dominikanerkirche in der Stadtmitte allgemein zugänglich. Der Eintritt ist frei.

    Foto: Oliver Werner
  • Gute Laune: Einer der berühmtesten Künstler der Welt sorgte für einen veritablen Medienrummel in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

Auf Vermittlung von Kasper König reiste Gerhard Richter daraufhin nach Münster und traf sich mit Münsters Kulturdezernentin Cornelia Wilkens und der Leiterin der Kunsthalle, Gail Kirkpatrick. Gemeinsam begutachtete man den Gasometer an der Umgehungsstraße, sah sich sodann aber mit großen Hürden für ein Kunstwerk an dieser Stelle konfrontiert, wie Wilkens bestätigte.

Da Gerhard Richter aber schon einmal in der Stadt war, schaute man sich weiter um und stieß auf die zentral gelegene Dominikanerkirche, die sich im städtischen Eigentum befindet, für die bislang aber das passende Nutzungskonzept fehlte.

Der Rest ist Geschichte ...

Foucaultsches Pendel

Die Installation befindet sich im Zentrum der Dominikanerkirche unter der Vierungskuppel. Sie besteht aus drei Teilen: dem Pendel, der Schwingungsebene und den zwei grauen Doppelspiegeln. Bei dem Foucaultschen Pendel handelt es sich um eine 48 Kilogramm schwere Metallkugel mit 22 Zentimeter Durchmesser, die an einem drei Millimeter starken Edelstahlseil befestigt ist. Sie schwingt über einer kreisrunden, gewölbten Platte. Diese Schwingungsebene umgibt eine 360-Grad-Skalierung, in Zwölferschritten eingeteilt. Im Verlauf einer Stunde dreht sich die Ebene unter dem Pendel um zwölf Grad nach Osten.

...

 

Gerhard Richter - einer der weltweit bedeutendsten Maler

1/11
  • Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Foto: Hendrik Schmidt
  • Als Richters größtes Verdienst gilt es, der Malerei in den 60er Jahren wieder neue Relevanz gegeben zu haben. Auf dem Foto ist sein Bild "Abstrakt" zu sehen.

    Foto: Oliver Berg
  • Zu Beginn von Richters Laufbahn in den 60er Jahren sprachen viele Kunst-Experten vom Ende der Malerei, denn wenn es um realistische Abbildungen ging, war die Fotografie überlegen. In Gerhard Richter sehen viele Kunsthistoriker denjenigen, der am stärksten dazu beigetragen hat, der Malerei eine neue Bedeutung gegeben zu haben.

    Foto: Federico Gambarini
  • Gerhard Richter ist ein Maler ohne Worte: Man hat ihn die Sphinx oder den großen Schweiger genannt, weil er seine Werke nicht erklärt. Diese Rätselhaftigkeit hat wohl zu seinem Ruf beigetragen. Zur Abbildung: 2016 wurde sein Werk "Tiger" im Museum Morsbroich in Leverkusen gezeigt.

    Foto: Monika Skolimowska
  • Als „Europas größten Maler“ bezeichnete ihn die „New York Times“, der „Guardian“ rühmte ihn als „Picasso des 21. Jahrhunderts“. Das Foto zeigt den Künstler im Jahr 2010 vor einer seiner Arbeiten im Dresdner Albertinum.

    Foto: Dietrich Flechtner
  • Richters Atelier befindet sich in einem bunkerähnlichen Riegelbau im Villenviertel Köln-Hahnwald. Er schirmt das dahinterliegende Wohnhaus ab. Der Künstler lebt dort mit seiner dritten Frau Sabine Moritz und dem jüngsten Sohn Theodor. Die Aufnahme zeigt ihn im Jahr 2016 in Köln in seinem Atelier vor einem seiner Bilder.

    Foto: Oliver Berg
  • Für Richters meistbewundertes Werk muss man keinen Eintritt zahlen. Es ist das 19 Meter hohe Fenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms. Richter hat Sympathien für die Kirche, aber er glaubt nicht an Gott.

    Foto: dpa
  • Gerhard Richter wird in internationalen Rankings seit vielen Jahren als einer der weltweit einflussreichsten Künstler eingestuft. Auch im Ranking „Kunstkompass 2017“ wird er seit vielen Jahren als wichtigster Künstler geführt.

    Foto: Arno Burgi
  • Kunstwerke von Gerhard Richter gehören zu den teuersten der Welt. Es sei beängstigend, dass seine Kunst und sogar von ihm signierte Postkarten auf dem Markt Höchstsummen erzielten: „Eine erschreckende Entwicklung“, sagte Richter in einem Interview mit der „Die Zeit“. Hier steht Richter im Jahr 2009 in Duisburg vor seinem Werk "18 Farben".

    Foto: dpa
  • Die horrenden Preise für seine Bilder seien ein Beleg dafür, „wie irrsinnig sich der Kunstmarkt entwickelt hat“, sagte Gerhard Richter. Sie hätten mit dem Werk nichts zu tun. „Das ist doch reiner Personenkult“, meint der Künstler.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Beispiel: Das Werk „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter hat 2012 in London bei einer Auktion einen Rekordpreis von umgerechnet 41 Millionen Euro erzielt. Damit habe Richter Maßstäbe für lebende europäische Künstler gesetzt, teilte das Auktionshaus Sotheby‘s nach der Versteigerung mit.

    Foto: dpa

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5828448?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Vorfreude auf den Demo-Tag
Selmar Ibrahimovic, hat die Demo in Warendorf mitorganisiert.
Nachrichten-Ticker