Westfälische Schule für Musik Mehr feste Stellen – mehr Honorar

Münster -

Dieser Beschluss ist eine deutliche Kurskorrektur. Das Verhältnis von freien und fest angestellten Lehrkräften bei der Musikschule soll korrigiert werden; die Honorare sollen angehoben werden. Eine entsprechende Vorlage (nach einem Antrag der SPD-Fraktion zum „Anbau prekärer Beschäftigung bei der Stadt Münster“) hat der Kulturausschuss am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Der Rat entscheidet darüber am 4. Juli.

Von Gerhard Heinrich Kock
Westfälische Schule für Musik an der Himmelreichallee
Westfälische Schule für Musik an der Himmelreichallee Foto: Matthias Ahlke

Bei der Westfälischen Schule für Musik wurde das Angebot bislang fast Fifty Fifty (56 zu 44 Prozent) von den 67 Angestellten und 116 Freien geleistet. Zukünftig soll das Verhältnis 80 zu 20 Prozent sein. Dafür werden in zwei Stufen 16 neue feste Stellen geschaffen – 2019 und 2020 jeweils acht. Dadurch können Honorarverträge in Festanstellungen umgewandelt werden. Darüber hinaus wird das Honorar der Freien von 25 auf 30 Euro pro Unterrichtseinheit angehoben. Für den Haushalt der Stadt Münster bedeutet das eine Mehrbelastung ab 2020 von jährlich 589 380 Euro.

Ziel der Verwaltung ist es, die Bildungsangebote überwiegend mit tariflich beschäftigten Musikschullehrerin zu gewährleisten. SPD-Ratsherr Marius Herwig: „Ein großer Schritt für die Beschäftigten.“ Und schließlich habe „die Stadt als Arbeitgeber auch eine Vorbildfunktion“. Und Grünen-Ratsfrau Dr. Petra Dieckmann freute sich, „dass die Musikschule jetzt langfristig Planungssicherheit hat“.

Bessere Bedingungen für Honorarkräfte

Durch einen überwiegenden Anteil fester Lehrer soll die Kontinuität im Kernbereich der Musikschule gesichert werden: Schüler über Jahre hinweg in ihrer musikalischen und persönlichen Entwicklung zu fördern. Ferner sei für die Abstimmungen in den Schulkooperationen Kontinuität erforderlich. Um die Musikschule „kundenorientiert und wirtschaftlich“ zu führen, bedürfe es eines Gestaltungsspielraums, um auf „temporäre Schwankungen“ in der Nachfrage reagieren zu können. Honorarkräfte bilden daher eine sinnvolle Ergänzung zu den fest angestellten Lehrern.

Hinsichtlich der Honorarkräfte will die Stadt Münster „in Wahrnehmung ihrer öffentliche Verantwortung“ die Bedingungen verbessern. Der derzeitige Honorarsatz spiegele die Preisentwicklung nicht wider. Seit 2000 sei das Entgelt für die tariflich Beschäftigten um 38 Prozent, für die Freien nur um 8,65 Prozent von 23 auf 25 Euro pro 45 Minuten Unterricht gestiegen. Daher bekommen die Honorarkräfte demnächst fünf Euro mehr.

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