Vorwurf der Scheinarbeitsverträge Sparda-Bank verklagt Ex-Aufsichtsräte

Münster/Hamm -

Die Aufarbeitung des Skandals um mögliche Untreue bei der Sparda-Bank Münster geht am Freitag in eine neue Runde. Das Landesarbeitsgericht in Hamm verhandelt ab 9 Uhr über die Berufung der Sparda-Bank gegen sechs frühere Aufsichtsräte.

Von Andreas Fier
Die Bank vertritt die Auffassung, dass die Arbeitsverträge nur zum Schein geschlossen wurden.
Die Bank vertritt die Auffassung, dass die Arbeitsverträge nur zum Schein geschlossen wurden. Foto: Klaus Wiedau

Die Beklagten waren in den Jahren zwischen 2004 und 2013 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden und hatten anschließend mit der Bank Arbeitsverträge als geringfügig Beschäftigte abgeschlossen.

Aufgabe war laut einer Mitteilung des Gerichts „Kontaktpflege“, die mit monatlich 400 Euro  vergütet wurde. Einige Ex-Aufsichtsräte wurden zudem mit Mobilfunkverträgen und Bahncards ausgestattet. Die Bank vertritt die Auffassung, dass die Arbeitsverträge nur zum Schein geschlossen wurden und fordert von den Beklagten Summen zwischen 12.000 Euro  und 55.000 Euro  zurück.

Im ersten Prozess vor dem Arbeitsgericht Münster war die Klage allerdings gescheitert. Die Verträge wurden unter anderem vom damaligen Vorstandschef Enrico Kahl unterzeichnet, der wegen hoher Spesenabrechnungen in das Visier der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld geraten ist. Aufgabe des Aufsichtsrates ist es, die Tätigkeiten des Vorstands zu überwachen.

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