70 Jahre KAB St. Ida Gremmendorf Auf den Spuren der Vergangenheit

Münster -

Die KAB St. Ida Gremmendorf wurde 1948 gegründet. Die KAB war am Wachstum Gremmendorfs ganz entscheidend beteiligt. Einige Mitglieder erkundeten per Fahrrad das alte Revier.

An historischer Stelle inmitten ihrer Siedlung bereit zur Jubiläums-Veranstaltung (v.l.): Willi Schepers, Hermann Preckel, Monika Kessler-Kramer, Bernhard Emmerich und Barbara Elvert, allesamt Mitglieder der KAB St. Ida Gremmendorf.
An historischer Stelle inmitten ihrer Siedlung bereit zur Jubiläums-Veranstaltung (v.l.): Willi Schepers, Hermann Preckel, Monika Kessler-Kramer, Bernhard Emmerich und Barbara Elvert, allesamt Mitglieder der KAB St. Ida Gremmendorf. Foto: KAB Sst. Ida

Massive Wohnungsnot, Hilfe zur Selbsthilfe, Solidarität und ein Katholikentag – diese jetzt ganz aktuellen Stichworte sind für die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) St. Ida Münster-Gremmendorf bereits seit 70 Jahren wichtige Themen. Zur Feier des 70-jährigen Bestehens ihres Ortsvereins haben sich die Mitglieder nun zu einer geschichtlichen Rundfahrt per Fahrrad durch ihren Ortsteil verabredet.

Die Erzählungen der KAB-Mitglieder Bernhard Emmerich, Willi Schepers, Hermann Preckel, Barbara Elvert oder Monika Kessler-Kramer beginnen laut Pressemitteilung mit den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Gremmendorf bestand vor 70 Jahren aus der York-Kaserne, einigen Siedlungshäusern und Bauerschaften sowie einem Bahnhaltepunkt. Verteilt in der Landschaft fanden sich die Bombentrichter, wie sich vor allem Willi Schepers und Hermann Preckel erinnern. Erst seit wenigen Wochen wurde mit D-Mark bezahlt, und Westberlin war nur per Luftbrücke zu versorgen.

Selbst einfache Arbeiter oder Kinder, deren Väter für kleinen Lohn bei der Bahn oder der Post arbeiteten, träumten sie trotz dieser schwierigen Situation von einem eigenen Haus. Unter dem Dach der KAB schlossen sie sich schließlich zu einem Siedlerverein zusammen. An günstiges Bauland nördlich der Kaserne konnten sie dank der Vermittlung der Diözese Münster gelangen. In die Errichtung der schmucken Häuser mussten die Mitglieder Tausende Arbeitsstunden Eigenleistung einbringen. Der nötige rasche Erfolg gelang nur mit gegenseitigem Helfen. Schon 1949 bestätigte der Katholikentag in Bochum die Gründung von Vereinen und Genossenschaften, um mit vereinter Kraft die Wohnungsnot zu bekämpfen.

Bis heute ist eine Mariengebetsstätte ein wichtiger Identifikationspunkt in der Siedlung mit mehr als 100 Wohnungen. Die Straßen tragen die Namen der Gründer der KAB oder ehren Mitglieder, die aufgrund ihres Widerstands gegen die NS-Diktatur zu Märtyrern wurden. In vielen Häusern wohnen nun die Kinder und Enkel der Gründer. Sie sorgen dafür, dass die Gebäude gut renoviert sind und die Erinnerung an die gemeinsame Vergangenheit wach bleibt.

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