Münsters Skateboard-Papst erleidet Rippenprellung Titus Dittmann: Unfall beim 24-Stunden-Rennen

Münster -

Schwerer Unfall beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Die Viper von Titus Dittmann wird nach Mitternacht von einem GT3-Cup Porsche am Heck getroffen. Der Unternehmer und Skateboard-Pionier erleidet Prellungen, sein Auto wird total zerstört.

Von Björn Meyer
Geschockt schauen Titus Dittmann (2.v.r.) und einige Mitglieder seines Teams nach dem Unfall am Nürburgring auf die kaputte Dodge Viper.
Geschockt schauen Titus Dittmann (2.v.r.) und einige Mitglieder seines Teams nach dem Unfall am Nürburgring auf die kaputte Dodge Viper. Foto: Stefan J. Lehmann

"Ich war so schnell wie noch nie“, berichtet Titus Dittmann ein paar Tage nach dem 24-Stunden-Rennen an einer der prominentesten Rennstrecken der Welt – dem Nürburgring. Doch Freud und Leid liegen im Rennsport allgemein, und auf der Nordschleife in der sogenannten „grünen Hölle“ speziell, eng beieinander. Und so hatte Dittmann nicht etwa gute Laune oder gar Pokale im Gepäck, als er aus der Eifel abreiste, sondern miese Stimmung und einen Totalschaden. Glück im Unglück: Bei einem Unfall trug der Münsteraner nur leichte Verletzungen davon.

Porsche fährt ins Heck

Was war passiert? Es ist Nacht, rund zehn Stunden des Rennens sind bereits ­absolviert, Dittmann ist gerade in der letzten Runde seines zweiten Stints, ist also bereits das zweite Mal auf die Strecke gegangen, als von hinten ein GT3-Cup-Porsche kommt. „Ich habe extra den Blinker gesetzt, um ihm zu zeigen, dass ich nach rechts ausweiche“, erinnert sich Dittmann noch.

Dann geht alles schnell. Sein Kontrahent missachtet Dittmanns Zeichen und kracht ins Heck der gift­grünen Dodge Viper.

„Ich war zunächst überrascht, dass der Wagen wieder ansprang. Also habe ich gedacht, dass da noch was zu reparieren ist“, erzählt Skateboard-Pionier Titus Dittmann, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird und längst ein erfahrener Rennfahrer ist. Also ruckelt Dittmann den Wagen auf drei Felgen und nur einem ordnungsgemäßen Reifen in die Box. Erst dort erkennt er das Ausmaß des Unfalls. Das Heck der Viper ist beinahe einen Meter kürzer, dass Dach  durch den Aufprall nach oben gedrückt. „Das konnte ich vorher gar nicht sehen. Es war dann klar: Das war es“, sagt Dittmann.

Einfach rücksichtslos

Noch an der Strecke stellt er den Unfallfahrer, dessen Team aufgrund eines anderen Vorfalls später disqualifiziert wird, zur Rede. Der ­habe seine Schuld zunächst abstreiten wollen, sei aber schließlich doch geständig gewesen, erzählt Dittmann, dessen Ärger trotzdem, Tage nach dem Vorfall, noch nicht verraucht ist. „Das war einfach rücksichtslos“, findet Dittmann, der selbst eine Rippenprellung davonträgt.

Ob die schmerzt? „Ach“, schnauft Dittmann, er habe sich schon so oft etwas an den Rippen getan, egal ob auf Skate- oder Snowboard, das kenne er schon. Viel mehr schmerze ihn der ­Vorfall wegen all der Mühen, die in dem Projekt steckten. Denn Dittmanns Team fährt zugunsten der Skate-Aid-Hilfsorganisation. Rund 40 Männer, darunter auch einige „Top-Mechaniker“, so Dittmann, würden durch ihr ehrenamtliches Engagement    erst alles möglich machen.

Frustriert trotz greifender Versicherung

Dementsprechend frustriert sei er, trotz greifender Versicherung, dem Team einen Totalschaden in die Box gebracht zu haben: „Im Moment weiß ich nicht, wie es weitergeht. Den Wagen wieder komplett neu aufzubauen, das erfordert viel Zeit“, klagt er und gerät nur wenige Augenblicke später schon wieder ins Schwärmen über die einzige Viper, die noch als Rennwagen genutzt werde. Weltweit gebe es Fans des Teams – und dann komme da „so eine Wildsau . . .“.

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