Erste Saison der Schoneberg-Meisterkonzerte Mit Schwung ins Große Haus

Münster -

Till Schoneberg strahlt – und das nicht nur auf dem Foto im Programmheft der neuen Saison. Denn ein alter Traum geht in Erfüllung: Die Reihe der Meisterkonzerte wandert vom H1 ins Theater.

Von Harald Suerland
Camille Thomas (gr. Bild) bringt französisch-belgischen Cello-Charme in Münsters Großes Haus. Der türkische Pianist und Komponist Fazil Say präsentiert auch eigene Werke.
Camille Thomas (gr. Bild) bringt französisch-belgischen Cello-Charme in Münsters Großes Haus. Der türkische Pianist und Komponist Fazil Say präsentiert auch eigene Werke. Foto: Schoneberg/Borggreve

Noch schöner: Es gibt zumindest für die Spielzeit 2018/19 einen festen Termin: Sonntag um 18 Uhr – mit der kleinen Ausnahme des 1. Mai 2019, der zwar ein Mittwoch. aber dafür ein Feiertag ist.

Der Sonntag als probenfreier Tag passt dem Theater, das langfristig disponieren muss, offenbar gut ins Konzept. Für den Konzertveranstalter wiederum ist er ein gefundenes Fressen: „Die Sinfoniekonzerte, die sonntags stattfinden, sind ja ebenfalls sehr gefragt“, weiß Schoneberg. Passend wirkt es überdies, dass ein alter Schoneberg-Bekannter, der auch im Großen Haus schon Jubelstürme hervorrief, den Anfang der neuen Ära macht: Am 16. September kommt Pianist Rudolf Buchbinder, der gerade eine „super Alterskarriere“ hinlegt.

Neu ist die französisch-belgische Cellistin Camille Thomas (am 21. Oktober) – allerdings nur für jene Zuschauer, die sie noch nicht in der Reihe „Neue Namen“ gehört haben, wo sie ähnliches Aufsehen erregte wie früher ihre berühmte Kollegin Sol Gabetta. Die Nachwuchsreihe übrigens wird an gewohnter Stätte mit vier Konzerten im Rathausfestsaal fortgesetzt.

Was für Camille Thomas gilt, gilt in ähnlicher Weise für den Hornisten Felix Klieser, der ohne Arme geboren wurde und sein Instrument mit den Füßen hält (2. Dezember), für den Pianisten und Komponisten Fazil Say (20. Januar) und für den Geiger Nemanja Radulovic (19. Mai 2019), den Fabrizio Ventura entdeckte: Es sind spannende, unkonventionelle Musiker. Bei Fazil Say wäre es fast schon zu einer Münster-Residenz mit dem Sinfonieorchester gekommen, weil auch GMD Golo Berg ihn einladen wollte. Kurzfristig war das zwar nicht mehr machbar – aber Berg und Schoneberg bleiben im Gespräch für ähnliche Projekte.

Ein Blockflötenvirtuose (Moritz Steger, 7. April) und endlich einmal wieder ein Lieder-Sänger (Benjamin Appl, 24. Februar) tragen zur Vielfalt der Meisterkonzert-Reihe bei. Und dann ist da natürlich noch Pianist Nr. 3, der nicht nur manuell überragend, sondern auch intellektuell brillant ist: Igor Levit spielt am 1. Mai 2009 die letzten drei Beethoven-Sonaten. Till Schoneberg erinnert sich gern daran, wie Levit einst in Bielefeld für Hélène Grimaud einsprang: „Das war nicht einfach, weil die Zuhörer mit besonderen Erwartungen zum Grimaud-Konzert gekommen sind. Aber er hat sie komplett begeistert.“

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Infos unter 02 51 /20 13 22 1   | www.schoneberg.de

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