Tödlicher Unfall auf Warendorfer Straße
Staatsanwaltschaft klagt Unfallfahrer wegen Totschlags an

Münster -

340 PS, 1,36 Promille, 111 km/h - die Staatsanwaltschaft Münster hat die Ermittlungen nach dem tödlichen Unfall auf der Warendorfer Straße abgeschlossen. Der 29-jährige Unfallverursacher wird unter anderem wegen Totschlags angeklagt; bislang war von "Körperverletzung mit Todesfolge" die Rede.

Dienstag, 08.05.2018, 09:50 Uhr aktualisiert: 08.05.2018, 20:32 Uhr
Bei dem Unfall, der sich am 30. Januar gegen 22.55 Uhr ereignete, kam eine 31-jährige Frau ums Leben. Foto: Helmut Etzkorn

Dem bereits inhaftierten Angeschuldigten wird vorgeworfen, mit seinem 340 PS starken Auto am 30. Januar gegen 22.45 Uhr alkoholisiert und mit mindestens 111 Stundenkilometern die Warendorfer Straße stadtauswärts gefahren zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. In Höhe der Friedensstraße kollidierte der Angeschuldigte mit dem Wagen einer 31-Jährigen, die noch in der Nacht an den Unfallfolgen verstarb .

Eine dem Angeschuldigten entnommene Blutprobe hatte einen Blutalkoholgehalt von 1,36 Promille ergeben. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit soll der Angeschuldigte um 122 Prozent überschritten haben.

Klärung des Unfallgeschehens

Zur genauen Klärung des Unfallgeschehens und der Frage der Vermeidbarkeit der Kollision hatte die Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren einen Sachverständigen beauftragt und das Ereignis am Unfallort nachgestellt . Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass der Unfall für den Angeschuldigten bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und ohne Alkoholisierung vermeidbar gewesen wäre.

Die Frau hätte nach der Beurteilung des Sachverständigen bei verkehrsgerechtem Fahrverhalten des Angeschuldigten gefahrlos in die Warendorfer Straße einbiegen können, ohne dass der 29-Jährige hätte bremsen müssen.

Warendorfer Straße: Polizei rekonstruiert tödlichen Unfall

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Warendorfer Straße: Polizei rekonstruiert tödlichen Unfall Foto: hpe
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Das wird dem Angeschuldigten vorgeworfen:

Der Angeschuldigte ist nach dem Abschluss der Ermittlungen unter anderem des Totschlags verdächtig. Er soll wegen seiner äußerst riskanten Fahrweise sowie des eigensüchtigen Motivs, möglichst schnell sein Ziel erreichen zu können, in Kauf genommen haben, andere Menschen bei einem Unfall tödlich zu verletzen. Die Staatsanwaltschaft ist bei einer Gesamtbewertung sämtlicher Umstände der Ansicht, dass der Angeschuldigte nicht ernsthaft darauf vertrauen konnte, sein Fahrzeug ständig beherrschen zu können.

Die Staatsanwaltschaft habe dabei berücksichtigt, „dass der Angeschuldigte ortskundig war, sich das Ereignis innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, bei Dunkelheit, in der Nähe von Restaurants und einem Kino sowie zu einem Zeitpunkt zugetragen hat, als sich noch Verkehrsteilnehmer und andere Menschen auf der Straße beziehungsweise den angrenzenden Fuß- oder Radwegen befinden konnten”. Zudem verlaufe die Warendorfer Straße im Bereich der eingrenzenden Friedensstraße in einem leichten Außenbogen und Parkbuchten am Fahrbahnrand verlangten zusätzlich von den Verkehrsteilnehmern eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Angesichts dieser Aspekte, der vorgeworfenen Fahrgeschwindigkeit und seiner Alkoholisierung, soll der Angeschuldigte es dem Zufall überlassen haben, ob es zu einem (tödlichen) Unfall kommt, folgert die Staatsanwaltschaft.

Der Angeschuldigte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das Landgericht Münster hat nunmehr über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

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