Pedelec-Simulator Schnelle Reaktion ist überlebenswichtig

Münster -

Die Verkehrswacht in Münster hat einen in Westfalen einzigartigen Pedelec-Simulator angeschafft, mit dem realitätsnah die Nutzung eines E-Bikes im Straßenverkehr dargestellt werden kann. Auf einem feststehenden Pedelec nimmt der Fahrer interaktiv am Straßenverkehrt teil und wird mit kritischen Situationen konfrontiert.

Von Helmut P. Etzkorn
Westfalens erster Pedelec-Simulator ist in Münster im Einsatz (v.l.): Christoph Becker (Verkehrswacht), Frank Dusny (Brillux), Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Westfalens erster Pedelec-Simulator ist in Münster im Einsatz (v.l.): Christoph Becker (Verkehrswacht), Frank Dusny (Brillux), Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: hpe

Man braucht nicht viel Muskelkraft, um mit 25 Stundenkilometern ziemlich flott mit der Elektro-Leeze durch Münsters zu radeln. Besonders ältere Bürger entdecken das Fahrrad wieder neu als umweltfreundliches Bewegungsmobil und genau das ist nach Einschätzung der Verkehrswacht das Problem. „Viele unterschätzen die Geschwindigkeit und können in Gefahrensituationen nicht schnell genug reagieren“, meint Verkehrswacht-Geschäftsführer Christoph Becker.

Seit Freitag steigt der Verein nun aktiv ein ins Gefahrentraining und präsentierte vor dem Stadthaus 1 Westfalens ersten Pedelec-Simulator. Realitätsnah werden auf einer Leinwand per Beamter kritische Situationen eingespielt. Ein Auto kommt plötzlich hinter Büschen aus einer Einfahrt hervor, ein Kind rennt mit einem Ball über die Straße; oder ein Radler setzt an zum hautnahen Überholvorgang.

Interaktiv am Geschehen teilnehmen

Der Kandidat auf dem E-Bike vor der Leinwand sieht die Situation, nimmt so interaktiv am Verkehrsgeschehen teil, muss die Situation einschätzen und schnell reagieren. „Durch die wirklichkeitsnahe Darstellung ist es möglich, präventiv die richtigen Impulse zu setzen“, so Becker. Ein Computer misst die Reaktionszeit und hält fest, wann gebremst oder dem Hindernis ausgewichen wurde. Am Ende steht fest, ob die Testperson ein schnelles Elektrofahrrad sicher bewegen kann.

Die Zahl der schweren Unfälle mit Pedelec-Fahrern hat sich 2017 von 21 im Vorjahr auf 37 Fälle fast verdoppelt. Für Polizeipräsident Hajo Kuhlisch ist die Aktion der Verkehrswacht, gesponsert von der Firma Brillux, deshalb „ein wichtiger Beitrag für mehr Verkehrssicherheit“.

Mit Elektro-Unterstützung durch die Westfalenmetropole

In den kommenden Jahren werden nach Einschätzung von Polizei und Verkehrswacht immer mehr Münsteraner mit Elektro-Unterstützung durch die Westfalenmetropole rollen. Steigende Unfallzahlen seien also vorprogrammiert. Als erster „Testkandidat“ stieg Oberbürgermeister Markus Lewe in den Sattel des Simulators. „Eine tolle Aktion, die mehr Sicherheit bringt“, so das Stadtoberhaupt.

Die Verkehrswacht bietet Pedelec-Kurse in der Jugendverkehrsschule an und wird bei Veranstaltungen für Senioren mit ihrem Gerät im Einsatz sein.

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