Pro & Contra Stadionmiete für SC Preußen Münster?

Sollte die Stadt nach der Ausgliederung der Profiabteilung des SC Preußen eine Stadionmiete fordern? Zu dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Ein Pro und Contra.

Von Björn Meyer, Klaus Baumeister
Pro & Contra: Stadionmiete für SC Preußen Münster?
Die La-Ola-Welle schwappt durch das Preußenstadion. Foto: Jürgen Peperhowe

Pro: Keine Rosinen für den Adler

Die Mitglieder des SC Preußen haben entschieden, dass die Profiabteilung fortan eine Kapitalgesellschaft ist . Beifall klatschend hat der Vorstand diese Entscheidung im Januar gefeiert. Jetzt gilt es, die Konsequenzen zu tragen – sowohl die angenehmen als auch die weniger angenehmen. Allein die Steuerersparnis für die nachträgliche Lizenzerteilung als Kapitalgesellschaft soll eine sechsstellige Summe betragen. Aber nur die Rosinen herauszupicken, das geht nicht. Die erste Mannschaft des SCP ist nicht mehr gemeinnützig, so sie es denn jemals war. Sie ist ein Unternehmen, das mit Fußball Geld verdient – oder es zumindest möchte. Das hat auch zur Folge, dass statt Spenden Forderungen kommen.

Ja, der SCP ist ein Steuerzahler, er beschert Gastronomen und Geschäften Einnahmen und steigert die Bekanntheit der Stadt. All das aber trifft auch auf viele andere Akteure in Münster zu – und umsonst bekommen die ihre Produktionsstätten auch nicht. Und genau das ist das Stadion an der Hammer Straße nun: eine Produktionsstätte zum Geldverdienen.  (Björn Meyer)

Contra: Mietfreie Bruchbude

Seit Jahren ist der SC Preußen ein fester Bestandteil des deutschen Profifußballs, wenn auch nur mit mäßigem Erfolg. In all diesen Jahren wurde das ebenfalls allenfalls mäßige Erscheinungsbild des Preußen-Stadions an der Hammer Straße dadurch kompensiert, dass die Stadt diese städtische Immobilie unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.

Warum soll sich daran etwas ändern, nur weil sich für die Profi-Abteilung jetzt die Rechtsform geändert hat? Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn ausgerechnet die Stadt Münster, die nun wahrlich nicht in dem Verdacht steht, die Geschicke des SC Preußen mit besonderem Ehrgeiz zu fördern, jetzt finanziell von der Gründung der neuen Kapitalgesellschaft profitieren würde.

Gewiss: Die politisch Verantwortlichen im Rathaus haben gute Argumente, sich nicht an den hochtrabenden Plänen der Preußen für einen Stadionneubau zu beteiligen. Am Altstandort Hammer Straße indes hat die Stadt eine Bringschuld. Eine Stadionmiete würde das Verhältnis zu den Fans schwer belasten. (Klaus Baumeister)

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