Karfreitagspredigt Bischof Genn: „Der Gerechte stirbt“

Münster -

In seiner Karfreitagspredigt hob Bischof Felix Genn die Gefangennahme Jesu hervor. Der sei souverän und freiwillig auf sein Verderben zugegangen und habe sich dabei vor allem um seine Freunde gesorgt.

Karfreitagspredigt: Bischof Genn: „Der Gerechte stirbt“
„Die Erlösung ist das Werk Jesu Christi“, betonte Bischof Felix Genn in seiner Predigt am Karfreitag. Foto: Jürgen Peperhowe (Archiv)

„Der Gerechte stirbt, indem er die Ungerechten in die Freiheit entlässt.“ Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am Karfreitag im St.-Paulus-Dom in Münster bei der Feier vom Leiden und Sterben Christi gesagt. Der Bischof ging in seiner Predigt auf die Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane ein.

Jesus, so sagte der Bischof, trete den Soldaten dabei in voller Freiheit gegenüber. Souverän und freiwillig gehe er auf sein Verderben zu und gebe sich den Soldaten mit dem Satz „Ich bin es“ zu erkennen. Dieser Freimut erschrecke die Soldaten derart, dass sie zu Boden stürzten. Jesus, so deutete der Bischof in seiner Predigt die Antwort bei der Gefangennahme, sei sich im Laufe seines Lebens immer mehr bewusst geworden, „zu welcher Sendung er gerufen war und welchen Auftrag er vom Vater zu erfüllen hatte.“

Bei der Gefangennahme trete Jesus den Mächten des Bösen und der Finsternis gegenüber. Dabei sorge er sich vor allem um seine Freunde, fordere er die Soldaten doch auf, seine Jünger gehen zu lassen. Bischof Genn: „Sind wir nicht mit diesen Jüngern mitgemeint? Ja, ich möchte sogar sagen, dass darin all die Menschen, die in irgendeiner Weise mit der Macht des Bösen zu tun haben, eingeschlossen sind.“ Jesus lasse sich gefangen nehmen und fesseln „statt unser, statt der Masse der Sünder, statt derer, die den Garten der Erde verunstaltet haben, denen eigentlich die Strafe für die vielfältige Schuld von Versagen, Flucht, Verrat und vielem mehr gebührt.“

Und diesen Weg, so betonte der Bischof abschließend, gehe Jesus in Einsamkeit und ganz allein: „Die Erlösung ist sein Werk. Niemand kann ihn darin ersetzen. Niemand kann sich herausnehmen, so zu leiden wie er.“

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