Studierende simulieren UN-Konferenz Training für weltweite Diplomatie

Münster -

Mit der MUIMUN-Konferenz bereiten sich Studierende auf die großen Fragen internationaler Politik vor. Dafür reisen sie aus aller Welt nach Münster.

Von Keno Fiedler
Im Foyer des Schlosses tauschten sich die Delegierten der Konferenz rege aus. In den umliegenden Tagungsräumen hingegen wurde derweil hart verhandelt.
Im Foyer des Schlosses tauschten sich die Delegierten der Konferenz rege aus. In den umliegenden Tagungsräumen hingegen wurde derweil hart verhandelt. Foto: Matthias Ahlke

Graue Anzüge, schwarze Slipper, bunte Krawatten – kein gewöhnlicher Auftritt von Studenten im Schloss von Münster. Doch der alte, herrschaftliche Bau ist heute voll von jungen, angehenden Diplomaten. Studierenden aus aller Welt simulieren eine Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema „Macht und Machtmissbrauch“.

Am Infopoint im Foyer herrscht Sprachengewirr. Spanisch hört man, am meisten jedoch Englisch. „Hier sind über 30 Nationen vertreten“, sagt Valentina Breitenbach, Koordinatorin der „Münster University International Model United Nations“, kurz MUIMUN. Unter den über 200 Teilnehmern finden sich Studenten aus Afghanistan, Botswana und Kirgisistan; einige Länder stellen gleich vollständige Delegationen bereit. Die meisten Beteiligten studieren „Businesssachen“, erklärt die Koordinatorin, aber es seien Studenten aus den verschiedensten Bereichen vertreten. Auch Schüler aus Münster können über das „Generation Program“ der MUIMUN an der Konferenz mitwirken.

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Die Begeisterung der Delegierten, die sich in der Eingangshalle des Schlosses auf angeregt diskutierende Gruppen verteilt haben, ist schnell zu spüren. Sie haben diese Konferenz in einem Team von 50 Studierenden selbst geplant.

Woher kommt die Motivation, seine Freizeit zu opfern und neben dem Studium eine solche Veranstaltung zu organisieren? Valentina Breitenbach lacht und erklärt, viele der Teilnehmer nutzten das Projekt als Training für die echte diplomatische Arbeit. Und nicht zuletzt mache es einfach großen Spaß.

Im Schloss herrscht weiterhin staatstragende Atmosphäre. Die Flaggen der in Münster vertretenen UN-Mitgliedsstaaten stehen aufgereiht neben den Marmorsäulen, darunter Stehtische und ein Dutzend Kaffeemaschinen.

Für rund fünf Tage beraten fast überall im Gebäude Komitees. Die Delegierten wirken müde, aber zufrieden. Nun strömen sie alle an die frische Luft des Schlossplatzes und machen sich bereit für ein letztes gemeinsames Essen.

Mit einer „Closing Ceremony“ geht die MUIMUN zu Ende. Viele von denen, die jetzt ihre Mäntel überwerfen und Taschen packen, werden sich im nächsten Jahr wohl wiedersehen. „Das beste Feedback, das wir bekommen können, ist, wenn die Leute wiederkommen“, sagt Valentina Breitenbach zur Verabschiedung, „Wir haben Leute dabei, die schon das zehnte Mal da sind.“

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