Ingenieure der FH sind misstrauisch Belauscht uns Amazons Sprachassistent "Alexa" permanent?

Münster -

Sie reden über "Formel 1" und plötzlich meldet sich der Amazon-Sprachassistent "Alexa", obwohl sie gar nicht direkt angesprochen worden ist. Das haben drei Ingenieure an der Fachhochschule Münster erlebt. Hat "Alexa" sie die ganze Zeit belauscht?

Von Jacqueline Beckschulte
Die Ingenieure (v.l.) Thilo Creutz, Florian Segger und Steffen Jacobs haben festgestellt, dass Sprachassistent "Alexa" auch Daten sammelt, wenn man gar nichts sagt.
Die Ingenieure (v.l.) Thilo Creutz, Florian Segger und Steffen Jacobs haben festgestellt, dass Sprachassistent "Alexa" auch Daten sammelt, wenn man gar nichts sagt. Foto: Maxi Krähling

Wenn man einen Smartphone-Lautsprecher mit dem integrierten Amazon-Sprachassistenten „Alexa“ im Wohnzimmer stehen hat, sollte man sich genau überlegen, über was man plaudert. Denn es ist unklar, ob „Alexa“ uns nicht permanent belauscht. Klar ist aber, dass sie auch dann Daten sammelt und an unterschiedliche Amazon-Server sendet, wenn sie gar nicht angesprochen wurde. Das haben drei wissenschaftliche Mitarbeiter des Fachbereichs Energie, Gebäude und Umwelt der Fachhochschule Münster herausgefunden.

Die Ingenieure Thilo Creutz, Florian Segger und Steffen Jacobs beschäftigen sich normalerweise mit dem Thema Gebäudeautomation und wollten sich in diesem Zusammenhang das Sprachsteuerungssystem genauer anschauen. Parallel unterhielten sie sich über die "Formel 1".  Stutzig geworden sind die drei als auf dem Display die Schlagzeile auftauchte, dass Niki Lauda RTL verlässt. Hatte „Alexa“ sie belauscht?

Sprachbefehle werden aufgezeichnet

„Das Mikrofon muss die ganze Zeit eingeschaltet sein, damit ‚Alexa‘ auf Sprachbefehle reagieren kann. Die werden aufgezeichnet, so dass man sie hinterher in einer App anhören kann“, erklärt Steffen Jacobs. Normalerweise sollte der Sprachassistent nur reagieren , wenn man ihn direkt anspricht. Die Ingenieure haben bewusst zwei Minuten geschwiegen und konnten trotzdem in dieser Zeit ein erhöhtes Datenaufkommen beobachten.

Infografik: Mit welchen Geräten reden Sie? | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Was mit den Daten passiert, ist unklar

„Wir wissen noch nicht, was da gespeichert wurde, weil die Daten verschlüsselt sind. Da müssten wir uns noch mal mit Informatikern zusammensetzen“, sagt Jacobs. Dass ihre Daten auf Servern in Dublin und Seattle gelandet sind, konnten sie anhand der IP-Adressen zurückverfolgen. Welche Daten auf welche Server geschickt werden, dazu habe Amazon laut Jacobs eine Liste veröffentlicht. Was aber mit den Daten passiert, ist unklar.

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