Anreize für den Kita-Bau in der Innenstadt Geld soll Investoren locken

Münster -

Wenn nichts mehr hilft, dann hilft Geld. Nach diesem Motto möchte die Stadt Münster tief in die Tasche greifen, um insbesondere im Stadtbezirk Münster-Mitte die Schaffung von Kita-Plätzen zu forcieren und Investoren für entsprechende Projekte zu gewinnen.

Von Klaus Baumeister
Für Kitas ist eine große Freifläche drum herum erforderlich. Viele private Grundstückseigentümer investieren deswegen lieber in Wohnungen oder Büros. Mit Zuschüssen in besonderen Fällen möchte die Stadt jetzt gegensteuern.
Für Kitas ist eine große Freifläche drum herum erforderlich. Viele private Grundstückseigentümer investieren deswegen lieber in Wohnungen oder Büros. Mit Zuschüssen in besonderen Fällen möchte die Stadt jetzt gegensteuern. Foto: dpa

Konkret ist vorgesehen, dass die Stadt – im Einzelfall und je nach Lage – zwischen 3,92 und 5,52 Euro je Quadratmeter drauflegen darf, wenn es um die Anmietung von Kindergarten-Räumlichkeiten geht. Wie aus einer internen Berechnung hervorgeht, kann dabei für eine Vier-Gruppen-Kita locker ein mittlerer fünfstelliger Betrag im Jahr anfallen.

Standortsuche problematisch

Ein entsprechender Vorschlag liegt den Ratsfraktionen vor, wurde bislang aber noch nicht beschlossen.

Seit Jahren hat die Stadt Münster massive Probleme, in den citynahen Bereichen weitere Standorte für Kitas ausfindig zu machen. Das liegt zum einen daran, dass die Stadt nur selbst über sehr wenige geeignete Grundstücke verfügt, die bebaut werden könnten. Zum anderen ist der Kita-Bau für private Grundstückseigentümer und Investoren nicht so lukrativ, da bei Kitas ein vergleichsweiser großer Grundstücksanteil unbebaut bleiben muss, um den Kindern als Spielfläche zu dienen. Mit anderen Worten: Büro- oder Wohngebäude sind für Investoren lukrativer, weil die Grundstücke besser ausgenutzt werden können.

10,52 Euro pro Quadratmeter vom Land 

Nach dem Kinderbildungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen werden Kitas aktuell mit einer Mietkostenpauschale in Höhe von 10,52 Euro je Quadratmeter und Monat gefördert. Da diese Miete ganz offenbar vielen Investoren nicht reicht, legt die Stadt – einen entsprechenden Ratsbeschluss vorausgesetzt – noch was drauf.

„Einzelfallentscheidung erforderlich“

Die Zuschläge sind dabei gestaffelt. Der Spitzenbetrag von 5,52 Euro ist der Altstadt vorbehalten, 4,72 Euro sind es innerhalb des Ringes. Ein dritter Bereich, der mit 3,92 Euro veranschlagt ist, umfasst Stadtteile wie die Aaseestadt, Sentrup, Rumphorst, Mauritz und St. Mauritz.

In den Außenstadtteilen hält die Stadtverwaltung finanzielle Anreize nicht für erforderlich. Ausdrücklich wird in dem vorliegenden Ratspapier festgehalten, dass eine „Einzelfallentscheidung über die Gewährung eines Mietzuschlages für ein bestimmtes Objekt“ erforderlich sei. Zu den Voraussetzungen gehört zum Beispiel, dass in dem Quartier ein Mangel an Kita-Plätzen vorherrschen muss. Darüber hinaus ist der Zuschlag nur befristet für eine vertraglich festgelegte Zeit der Refinanzierung.

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