Die neue Studiobühne der Westfälischen Wilhelms-Universität Theaterjuwel für die schöne Sprache

Münster -

„Wir sind superzufrieden.“ Das hört man nicht oft nach Fertigstellung eines Bauwerkes. Doch Dr. Annette Lepschy und Dr. Ortwin Lämke vom Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis können kaum an sich halten vor Begeisterung über die neue Studiobühne.

Von Gerhard H. Kock
Glücklich: Annette Lepschy und Ortwin Lämke vom Centrum für Rhetorik freuen sich über die fantastischen Möglichkeiten der neuen Studiobühne.
Glücklich: Annette Lepschy und Ortwin Lämke vom Centrum für Rhetorik freuen sich über die fantastischen Möglichkeiten der neuen Studiobühne. Foto: Gerhard H. Kock

„Wir sind superzufrieden.“ Das hört man nicht oft nach Fertigstellung eines Bauwerkes. Doch Dr. Annette Lepschy und Dr. Ortwin Lämke vom Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis können kaum an sich halten vor Begeisterung über die neue Studiobühne, die nicht nur den Studierenden hervorragende Lernbedingungen bietet, sondern darüber hinaus für die Universität, ja die Stadt Münster ein kleines, feines Theaterjuwel geworden ist. Am Wochenende nach Ostern beginnt eine Eröffnungswoche.

Die neue Studiobühne hat 140 Plätze (zehn weniger als die alte) und ist sowohl für universitäre als auch dramatische Anforderungen bestens gewappnet – Lämke: „Wir hören Flüstern auf der Bühne bis in die letzte Zuschauerreihe.“ Die Wände geben keinen Nachhall, aber die Akustik ist auch nicht zu trocken. Das kleine Theater hat den klassischen Vorhang (Farbe: schwarz). Zudem lassen sich schwere schwarze Vorhänge vor das schicke sandfarbene, rohe Mauerwerk ziehen.

„Die Flexibilität des Architekten war Gold wert“, schwärmt Lämke. Denn jener baute auf seinen Wunsch hin hinten im Zuschauerraum eine Wendel-Treppe ein, so dass Schauspieler nun nach hinten abgehen und später unbemerkt vorne auf der Bühne wieder auftauchen können.

Die 24 Scheinwerfer sind derart aufgehängt, dass sie jede Stelle ausleuchten können – von einem modernen computergesteuerten Lichtpult aus. Zudem lassen sich von der Lichtempore aus Profilscheinwerfer punktgenau auf einzelne Szenen lenken. Ob warmes oder kaltes Licht – kein Problem.

Tagsüber halten Studierende in der Studiobühne ihre Seminare ab, können Körperübungen ohne Risiken für die Knie gemacht werden, weil es einen Schwingboden gibt. Abends und am Wochenende nutzen die (derzeit) fünf universitären Theatergruppen die Bühne. Lämke: „Wir sind niedrigschwellig.“ Die Studiobühne sei „Laientheater von guten Leute gemacht“ und biete Studierenden ein Bildungserlebnis. Und oft auch mehr: Denn manchmal starten durch diesen Erprobungsraum Karrieren wie die des Kabarettisten Volker Pispers, der hier sein erstes Solo zeigte, oder der Komikerin Lisa Feller oder der ausgezeichneten Film- und Theaterschauspielerin Anne Ratte-Polle.

Im Februar 2012 war die Uni-Bühne zur Scharnhorststraße 100 umgezogen; das Provisorium dauerte nicht bis Ende 2015 wie geplant, sondern länger. Dementsprechend heißt das Eröffnungsprogramm: „Wir sind wieder da!“. Lepschy: „Es soll ein lebendiger Ort für studentische Kultur werden – und darüber hinaus.“

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Die Eröffnungswoche der Studiobühne, Domplatz 23, findet vom 7. bis 15. April mit Vorträgen, Theater, Slam, Film, Stimmarbeit und einer Ausstellung statt. Die offizielle Eröffnung ist am 9. April um 11.30 Uhr.

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