Musica Sacra in der ausverkauften Clemenskirche Entwicklung mit Musik gezeichnet

Münster -

Im Rahmen des aktuell laufenden „Musica Sacra“-Festivals zeichnete der italienische Organist Maurizio Salerno am Montagabend einen italienischen und deutschen Weg vom Frühbarock in die volle Pracht der Orgelkunst Johann Sebastian Bachs. Das stieß beim Publikum auf großes Interesse, denn die Clemenskirche war bis zum letzten Platz besetzt.

Von Ulrich Coppel
Der italienische Organist Maurizio Salerno gab ein Konzert in der Clemenskirche.
Der italienische Organist Maurizio Salerno gab ein Konzert in der Clemenskirche. Foto: Ulrich Coppel

Mit Bernardo Storaces „Toccata e canzon“, in dem auf die opulente Einleitung und cantus firmus ein Fu­ghetto folgte, sowie einem Ricercar begann Salerno sein gut einstündiges Konzert. Storace orientierte sich kompositorisch am frühbarocken Stil seines italienischen Landsmanns Girolamo Fres­cobaldi. Dessen „Toccata cromatica per l’elevazione“ und „Toccata II“, die anschließend erklangen, zeichneten diesen engen inhaltlichen Bezug. Nach großartigem Beginn gab es einen Bruch, auf den zunächst eine chromatische Abwärts- mit anschließender Aufwärtsrichtung folgte, die sich sodann immer mehr auffächerte. Salerno verstand es, diese komplexe Kontrapunktik intelligent, strukturiert und klar in der Stimmführung vorzutragen.

Sehr viel sanfter, ja schon fast schwebend wirkte die ebenfalls verwendete Chromatik in Tarquinio Merulas folgender „Sonata cromatica“, noch deutlich mehr Renaissance-Stilistik. Ein schöner Kontrast zu Frescobaldi, obschon Merula dessen Zeitgenosse war und Storace später als die beiden lebte.

Mit Jan Pieterszoon Sweelincks „Fantasia in re“ sowie Dietrich Buxtehudes „Ach Herr, mich armen Sünder“ und „Ciacona in mi minore“ („Chaconne in e-moll“) folgten Werke von zwei herausragenden Komponisten der so genannten „Norddeutschen Orgelschule“, womit erneut ein schöner Kontrast zu den zuvor gehörten Italienern aus der gleichen Zeit gelang.

Ganz am Ende des Programms stand Bachs „O Mensch, bewein dein Sünde groß“, sowie „Präludium und Fuge c-moll“, BWV 546. Ohne jeden Zweifel war dies der prachtvolle Höhepunkt einer in Salernos Programm sorgsam und facettenreich gezeichneten Entwicklung der Musik. Fantastisch!

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