Brauchtumsfeuer in Münsters Westen Räucherkammer für zwei Tage

Münster-West -

Wer an den Feiertagen ein Osterfeuer abbrennt, muss so einiges beachten und zudem auf Anwohner Rücksicht nehmen, denn nicht jedem Bürger gefällt dieses österliche Brauchtum.

Von Thomas Schubert
Werden Osterfeuer entfacht, dann ist dies stets ein geselliges Spektakel. Allerdings darf nur Grün- und Strauchschnitt verbrannt werden.
Werden Osterfeuer entfacht, dann ist dies stets ein geselliges Spektakel. Allerdings dürfen nur Grün- und Strauchschnitt verbrannt werden. Foto: Matthias Ahlke

Westfälische Brauchtumspflege: In Roxel, Albachten und Mecklenbeck sind Jung und Alt am Ostersonntag (1. April) wieder zu den traditionellen Osterfeuern der münsterischen Stadtteile eingeladen. Doch nicht alle scheinen sich darüber zu freuen: Die Roxelerin Gabriele Ohlms schickte der Redaktion unser Zeitung eine E-Mail, in der sie deutliche Kritik am Osterfeuer in ihrem Heimatort zu Ausdruck bringt.

„Neben der Osterfreude erfasst mich zum Osterfest seit Jahren ein gelindes Grauen: Kann ich die Fenster während der Feiertage mal öffnen oder muss ich als Hausstaubmilbenallergikerin die Ostertage bei geschlossenen Fenstern und Türen verbringen?“, schreibt die Anwohnern des Drechslerwegs. Das riesige Osterfeuer in der Straße „Im Rüschenfeld“ verwandele den Westen Roxels je nach Windrichtung für ein bis zwei Tage in eine Räucherkammer, bemängelt Gabriele Ohlms.

Osterfeuer seien toll anzusehen. Aber das Feuer „Im Rüschfeld“ wäre „ein bis zwei Kilometer weiter von der Bebauung entfernt deutlich gesünder für die Anwohner“, meint die Roxelerin. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Luftverschmutzung stelle sich ohnehin die Frage, ob die Zahl der Osterfeuer nicht eingeschränkt werden müsse.

Beim städtischen Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit ist bekannt, dass es immer wieder mal zu Beschwerden über Osterfeuer kommt. „Wer Probleme hat, kann sich gerne bei mir melden“, sagt Mitarbeiter Ludger Reloe. Er ist unter ✆ 0251 / 49 267 72 zu erreichen und kennt sich mit der Materie bestens aus.

Laut Reloe müssen die Veranstalter darauf achten, unter welchen Bedingungen ein österliches Brauchtumsfeuer entfacht und abgebrannt wird. Wenn beispielsweise der Wind so stehe, dass er den Rauch eines Feuers permanent in benachbarte Wohnungen blase, dann müsse auf das Abbrennen schlichtweg verzichtet werden. Ebenfalls wichtig sei, dass nur Grün- und Strauchschnitt verbrannt werde. Um übermäßiger Rauchentwicklung vorzubeugen, müsse das Brennmaterial angetrocknet und dürfe auch keinesfalls nass sein, erläutert Reloe. Die Stadt führe bei den Osterfeuer-Events Vor-Ort-Kontrollen durch, bei denen sie darauf achte, was verbrannt werde. Würden Haus- oder Sperrmüll sowie sonstige Abfälle ins Osterfeuer gepackt, dann gebe es saftige Bußgelder.

Reloe sind Fälle bekannt, bei denen Holzkisten und Paletten verbrannt wurden, was die Verursacher teuer zu stehen kam. Einmal sei es sogar vorgekommen, dass jemand dreist Altreifen aufs Osterfeuer gepackt habe: „Das hat einiges gekostet!“

Nicht minder wichtig ist aus Sicht des Experten vom Grünflächenamt zudem, dass Veranstalter ihr Osterfeuer bis zum Ende beaufsichtigen und dafür sorgen, dass auch die letzte Glut noch am Abend gelöscht wird. Auch dies sei notwendig, um mögliche langwierige Rauchbelästigungen zu vermeiden.

Wer ein Osterfeuer veranstaltet, muss dies bei der Stadt Münster ( ✆ 0251/ 49 268 52) anmelden. Anfang der Woche waren laut Ludger Reloe 124 dieser Brauchtumsfeuer angezeigt worden. Das sei nicht allzu viel, denn in den Vorjahren seien es stets „so um die 200“ gewesen. Allerdings rechne man damit, dass sich die Zahl in den verbleibenden Tagen noch erhöhen werde.

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