Galerie Hachmeister zeigt Bernd Minnich Das Licht als reines Phänomen

Münster -

Bei Eintritt in die Galerie Hachmeister wähnt sich der Besucher in der falschen Jahreszeit. Im Haus herrscht der Sommer, nicht weil die Räume überheizt sind, sondern das Licht die Galerie in diese angenehmere Jahreszeit versetzt.

Reine Farben, reines Leuchten – das findet sich auf den Gemälden von Bernd Minnich (1941-1993).
Reine Farben, reines Leuchten – das findet sich auf den Gemälden von Bernd Minnich (1941-1993). Foto: Hachmeister

Bei Eintritt in die Galerie Hachmeister wähnt sich der Besucher in der falschen Jahreszeit. Im Haus herrscht der Sommer, nicht weil die Räume überheizt sind, sondern das Licht die Galerie in diese angenehmere Jahreszeit versetzt. Es sind die Bilder des 1941 in Hamburg geborenen Bernd Minnich, die diese Atmosphäre ausstrahlen.

Ihre fließenden lichten Farben, in bewegtem Duktus, als große Geste, als wirbelnde Bewegung, als staccatohafte Kurzschrift und sanftes Ausgleiten auf Holztafeln mit Gouache aufgetragen, ein helles Grün über sanftem Gelb, das in ein flirrendes, silbrig-goldenes Weiß übergeht, ohne scharfen Kontrast und ohne Verdichtungen, ohne Konturen, lassen jegliche Formen undefiniert. Das einzige Phänomen, das den Betrachter möglicherweise erreicht, ist das Durchschimmern eines Restes von Naturwirklichkeit dieser wahrnehmbaren Farb­erscheinungen.

Voraussetzung der Entdeckung der Farbphänomene durch den Betrachter ist, dass dieser seinen Blickwinkel vor dem einzelnen Bild verändert. Denn in vielen Bildern bis hin zu den Papierarbeiten nutzte Minnich ein Brillantgelb und ein Glanzsatin, zwischen Silber und Gold changierend, das die darunter liegenden Farben bei Seitenlicht oder Auflicht verschwimmen oder herrschen lässt. Damit stehen die Bilder von Bernd Minnich kunsthistorisch am Ende einer Entwicklung von Malerei, die der Darstellung von Licht als Farbphänomen, als Abstraktion von Naturerscheinung nahe kommen möchte und schließlich die Auflösung von Form bedeutet.

Bernd Minnich (vom legendären Ausstellungskurator Harald Szeemann 1972 zur 5. Documenta geladen) war in Münster kein Unbekannter. Nach einem Lehrauftrag an der hiesigen Kunstakademie und der Verleihung des Kunstpreises Villa Romana (Florenz) zeigte der Westfälische Kunstverein 1990 einen Fries seiner großformatigen Bilder. Im gleichen Jahr wurde Minnich Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig – und verstarb 1993. Er hinterließ ein Werk, das zeitlos ist und wert, wiederentdeckt zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Die Ausstellung läuft in der Hachmeister-Galerie, Klosterstraße 12 (' 5 12 10) bis zum 5. Mai.

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