Kunstwerk für Münster
Gerhard Richters Pendel entsteht in Roxel

Münster -

Das Foucault‘sche Pendel, das der weltberühmte Künstler Gerhard Richter für die Dominikanerkirche entworfen hat, entsteht derzeit in einem Betrieb in Roxel. Noch im März soll es in der Kirche aufgehangen werden.

Donnerstag, 08.02.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 09.02.2018, 07:11 Uhr
35 Kilo wird die Kugel des Foucalut´schen Pendels von Gerhard Richter nach seiner Fertigstellung wiegen. Foto: Matthias Ahlke

Der Messingblock, der in der Werkstatt des Roxeler Unternehmens NBF auf einem Tisch steht, ist etwa 30 Zentimeter hoch, hat die Form eines Zylinders und wiegt 100 Kilogramm. Materialwert: 1250 Euro. Irgendwann in den kommenden Wochen werden die Mitarbeiter von NBF-Geschäftsführer Norbert Bücker den Messingblock in eine der besten Fräsmaschinen legen, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Zwei Tage wird sie den Zylinder bearbeiten – bis er die Form einer Kugel hat.

Ende März wird die Kugel schließlich zum Kunstwerk. Dann wird sie in der Dominikanerkirche aufgehängt – als zentraler Bestandteil eines Foucault‘schen Pendels, das der weltberühmte Künstler Gerhard Richter für das kürzlich profanierte Gebäude entworfen hat. Ab Juni, so Stadträtin Cornelia Wilkens, kann das Kunstwerk bewundert werden.

Gerhard Richter in der Dominikanerkirche

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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert
Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke

Doch bis es so weit ist, steht noch eine Menge Arbeit an. „In der vergangenen Woche war ich im Studio von Gerhard Richter in Köln“, berichtet Wilkens. Mit Hochdruck arbeite der Mann, für dessen Arbeiten zweistellige Millionen-Beträge gezahlt werden, an seinem Münster-Projekt. „Aktuell gestaltet er die Steinplatte, über der das Pendel schwingen wird.“

Technische Feinheiten werden ausgearbeitet

Derweil sind in der Kirche Umbauarbeiten angelaufen. Die frühere Altarinsel ist inzwischen ebenso verschwunden wie die Orgel. „Die Universität will sie nicht haben, wir werden sie daher verkaufen“, so Andreas Tschöpe vom Amt für Liegenschaften. Der Hochaltar soll hingegen in der Kirche bleiben, die deckenhohe Mauer, die sich davor befindet, jedoch abgerissen werden. Sie war ohnehin erst Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet worden.

Gerhard Richter - einer der weltweit bedeutendsten Maler

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  • Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Foto: Hendrik Schmidt
  • Als Richters größtes Verdienst gilt es, der Malerei in den 60er Jahren wieder neue Relevanz gegeben zu haben. Auf dem Foto ist sein Bild "Abstrakt" zu sehen.

    Foto: Oliver Berg
  • Zu Beginn von Richters Laufbahn in den 60er Jahren sprachen viele Kunst-Experten vom Ende der Malerei, denn wenn es um realistische Abbildungen ging, war die Fotografie überlegen. In Gerhard Richter sehen viele Kunsthistoriker denjenigen, der am stärksten dazu beigetragen hat, der Malerei eine neue Bedeutung gegeben zu haben.

    Foto: Federico Gambarini
  • Gerhard Richter ist ein Maler ohne Worte: Man hat ihn die Sphinx oder den großen Schweiger genannt, weil er seine Werke nicht erklärt. Diese Rätselhaftigkeit hat wohl zu seinem Ruf beigetragen. Zur Abbildung: 2016 wurde sein Werk "Tiger" im Museum Morsbroich in Leverkusen gezeigt.

    Foto: Monika Skolimowska
  • Als „Europas größten Maler“ bezeichnete ihn die „New York Times“, der „Guardian“ rühmte ihn als „Picasso des 21. Jahrhunderts“. Das Foto zeigt den Künstler im Jahr 2010 vor einer seiner Arbeiten im Dresdner Albertinum.

    Foto: Dietrich Flechtner
  • Richters Atelier befindet sich in einem bunkerähnlichen Riegelbau im Villenviertel Köln-Hahnwald. Er schirmt das dahinterliegende Wohnhaus ab. Der Künstler lebt dort mit seiner dritten Frau Sabine Moritz und dem jüngsten Sohn Theodor. Die Aufnahme zeigt ihn im Jahr 2016 in Köln in seinem Atelier vor einem seiner Bilder.

    Foto: Oliver Berg
  • Für Richters meistbewundertes Werk muss man keinen Eintritt zahlen. Es ist das 19 Meter hohe Fenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms. Richter hat Sympathien für die Kirche, aber er glaubt nicht an Gott.

    Foto: dpa
  • Gerhard Richter wird in internationalen Rankings seit vielen Jahren als einer der weltweit einflussreichsten Künstler eingestuft. Auch im Ranking „Kunstkompass 2017“ wird er seit vielen Jahren als wichtigster Künstler geführt.

    Foto: Arno Burgi
  • Kunstwerke von Gerhard Richter gehören zu den teuersten der Welt. Es sei beängstigend, dass seine Kunst und sogar von ihm signierte Postkarten auf dem Markt Höchstsummen erzielten: „Eine erschreckende Entwicklung“, sagte Richter in einem Interview mit der „Die Zeit“. Hier steht Richter im Jahr 2009 in Duisburg vor seinem Werk "18 Farben".

    Foto: dpa
  • Die horrenden Preise für seine Bilder seien ein Beleg dafür, „wie irrsinnig sich der Kunstmarkt entwickelt hat“, sagte Gerhard Richter. Sie hätten mit dem Werk nichts zu tun. „Das ist doch reiner Personenkult“, meint der Künstler.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Beispiel: Das Werk „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter hat 2012 in London bei einer Auktion einen Rekordpreis von umgerechnet 41 Millionen Euro erzielt. Damit habe Richter Maßstäbe für lebende europäische Künstler gesetzt, teilte das Auktionshaus Sotheby‘s nach der Versteigerung mit.

    Foto: dpa

Zurück zu Richters Pendel: An den Wänden der Kirche sollen vier von ihm entworfene, grau verspiegelte Glasplatten angebracht werden. „Sie werden gerade in Süddeutschland hergestellt“, berichtet Gail Kirkpatrick, Direktorin der Kunsthalle Münster.

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Am Fachbereich Physik der Universität wird unterdessen an den technischen Feinheiten gearbeitet. „Alles muss ganz exakt geplant werden, damit das Pendel so schwingt, wie es schwingen soll“, erläutert Dr. Klaus-Jürgen Tombrink. In der Bodenplatte wird ein elektromagnetischer Antrieb installiert, in der Kuppel sind aufwendige Installationen erforderlich. Sie sollen unter anderem verhindern, dass das Pendel, das die Erdbewegung abbildet, bereits beim Öffnen der Kirchentüren ausschlage.

Wenn Ende März alles montiert ist, „kann es eine Stunde, vielleicht aber auch vier Tage dauern, bis alles richtig funktioniert“, sagt Tombrink. Funktionieren werde die von so vielen Experten erarbeitete Konstruktion aber am Ende auf jeden Fall, versichert er.

35 Kilo wird die Kugel wiegen, ein 29 Meter langes Seil aus Edelstahl soll sie halten. Für Bücker ist der Auftrag „etwas ganz Besonderes“. Obwohl es in der Feinwerk- und Systemtechnik gerade „brummt“, habe er ihn gerne angenommen.

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